Ölpest: BP will Kosten übernehmen

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Eine tote Schildkröte im Breton National Wildpark in Louisiana.

London - Der Ölkonzern BP übernimmt die Verantwortung für die Ölpest im Golf von Mexiko. Das Unternehmen werde deshalb nicht nur die Kosten für die Beseitigung des Ölteppichs zahlen.

Nach der Bohrinselkatastrophe im Golf von Mexiko hat der Mineralölkonzern BP zugesagt, alle damit verbundenen Kosten zu übernehmen. “Wir werden das säubern“, erklärte das Unternehmen auf seiner Website. Das Unternehme stelle sich der Verantwortung für den Untergang der Bohrplattform “Deepwater Horizon“ und die verheerenden Folgen.

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Der Konzern erklärte sich auch dazu bereit, Ansprüche auf Schadensersatz zu zahlen, sofern diese “berechtigt und objektiv überprüfbar“ seien. Bei einem Besuch im betroffenen US-Staat Louisiana sagte Präsident Barack Obama: “Wir haben es hier mit einer gewaltigen und möglicherweise beispiellosen Umweltkatastrophe zu tun.“  Obama machte das Unternehmen in scharfem Ton für die Ölpest verantwortlich und bekräftigte: “BP wird die Rechnung dafür bezahlen“.

Damit könnten auf das Unternehmen Milliardenkosten zukommen. Ein BP-Sprecher sagte am Montag in London, “es ist zu früh, um eine Summe abzuschätzen.“ Die Zeitung “Financial Times“ rechnete aus, dass dem Ölkonzern Kosten von bis zu 8 Milliarden Dollar drohen könnten - Schadenersatz für die Fischerei- und Touristikbranche eingeschlossen. Finanzexperte Neil McMahon bezog sich für seine Schätzung auf frühere Ölkatastrophen und kalkulierte die Inflation mit ein.

Den Bewohnern sicherte Obama umfassende Hilfe zu: “Ihre Regierung wird tun, was immer nötig ist und solange es nötig ist, um diese Krise zu beenden.“ Die US-Meeresschutzbehörde NOAA erließ ein weitreichendes Fischfangverbot für die Region. Vom Mississippi-Delta bei New Orleans bis zur Pensacola-Bucht in Florida darf ab sofort kein Fisch mehr gefangen werden.

Das 17.500 Quadratkilometer Seegebiet wurde für mindestens zehn Tage für die Fischerei gesperrt. Die Fischer im Golf von Mexiko haben dennoch alle Hände voll zu tun: Sie bemühen sich, die wichtigsten Fischgründe mit Schwimmbarrieren vor dem Öl zu schützen, das seit eineinhalb Wochen aus einem Bohrloch auf dem Meeresboden hervorsprudelt. Das Leck war nach der Explosion auf einer Bohrplattform des BP-Konzerns entstanden, die am 22. April sank.

Leck frühestens Ende der Woche abgedeckt

Aus der Quelle schießen jeden Tag noch etwa 800.000 Liter Öl. Sollte das Leck nicht gestopft werden, würde die Verschmutzung in einigen Wochen das Ausmaß der bislang schwersten Ölkatastrophe in den USA übertreffen, die Havarie der “Exxon Valdez“ 1989. Bei diesem Unglück vor Alaska traten etwa 41 Millionen Liter Öl aus und verschmutzten die Küste auf einer Länge von mehr als 2.000 Kilometern.

Der Ölkonzern BP will das Bohrloch mit einer riesigen Absaugglocke abdecken und damit das Öl nach oben pumpen. Dies könnte in sechs bis acht Tagen geschehen, erklärte der BP-Vorstandsvorsitzende Lamar McKay am Sonntag. Zudem sollen riesige Betoncontainer eingesetzt werden, um das Öl an der Quelle aufzufangen und abzuschöpfen. Beide Methoden sind bislang aber nur in flacheren Gewässern erprobt worden.

dapd/dpa

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