Neue Hoffnung auf Eindämmung der Ölpest

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BP hat am Dienstag einen neuen Trichter (oben) auf das defekte Bohrloch abgesenkt.

New Orleans - BP hat einen neuen Absaugtrichter am defekten Bohrloch im Golf von Mexiko angebracht. Damit steigt die Hoffnung, die Ölpest einzudämmen. Aber selbst BP will keinen Erfolg versprechen.

Mit einem neuen Auffangtrichter hat BP wieder Hoffnung im Kampf gegen die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko geweckt. Erstmals seit dem Untergang der Bohrplattform “Deepwater Horizon“ vor fast drei Monaten könnte der Ölfluss ins Meer damit bald gestoppt werden. Allerdings ist unklar, ob die Vorrichtung funktionieren wird. Die US-Regierung verhängte unterdessen ein neues Moratorium für Tiefseebohrungen. Der 5,5 Meter hohe und 68 Tonnen schwere Auffangrichter wird vom (heutigen) Dienstag an bis zu zwei Tage lang getestet. Unklar ist, ob er den extremen Druck des ausströmenden Öls in rund 1.600 Meter Tiefe aushält. BP wolle nicht spekulieren, sagte Vizechef Kent Wells. Dem Konzern zufolge wurde das System in dieser Tiefe und unter diesen Umständen noch nie eingesetzt. Ein zu schnelles Schließen von Ventilen könnte nach Angaben von Experten eine neue Explosion verursachen und die bisherigen Bemühungen um eine Eindämmung der Umweltkatastrophe zunichtemachen. Dauerhaft zum Stillstand kommen wird das Öl wohl frühestens Mitte August, wenn mindestens eine Ersatzbohrung erfolgreich abgeschlossen ist.

Neues Moratorium für Tiefseebohrungen

Das neue Moratorium für Tiefseebohrungen gab Innenminister Ken Salazar am Montag bekannt. Es hängt nicht länger von der Gewässertiefe ab und soll bis zum 30. November gelten. US-Präsident Barack Obama war erst vergangene Woche vor einem Berufungsgericht mit seinem Plan gescheitert, einen Stopp für die Tiefsee-Ölbohrungen ab einer Gewässertiefe von 152 Metern durchzusetzen.

Bereits im Juni hatte ein Gericht einen vom Präsidenten verhängten Öl-Bohrstopp per einstweiliger Verfügung aufgehoben. BP will unterdessen Teile seines Pipelinenetzes und Rohölspeicher in den USA verkaufen. Die Pipeline-Betreiberfirma Magellan Midstream Partners (MMP) gab am Dienstag bekannt, dass man sich mit BP auf den Verkauf von Rohölspeichern mit 7,8 Millionen Barrel Fassungsvermögen und mehr als 160 Kilometer Rohrleitungen für Raffinerieprodukte für einen Preis 289 Millionen Dollar (230 Millionen Euro) geeinigt habe. Demnach soll der Verkauf innerhalb von 60 Tagen abgewickelt werden, wenn die Regulierungsbehörden zustimmen.

Anti-BP-Protest im British Museum

BP hatte angekündigt, sich in den kommenden zwölf Monaten von Unternehmensteilen im Wert von 10 Milliarden Dollar (8 Milliarden Euro) zu trennen, um die Kosten der Ölpest begleichen zu können. Das Geschäft mit MMP sei nicht Teil dieses Plans, erklärte das Unternehmen. Unklar war am Dienstag, ob das eingenommene Geld zur Bekämpfung der Folgen der Umweltkatastrophe eingesetzt wird.

In London demonstrierten Umweltaktivisten gegen die Unterstützung von BP für das British Museum. Sie verschütteten eine klebrige, sirupartige Flüssigkeit rund um eine 3.000 Jahre alte Schnitzarbeit von den Oster-Inseln. Das Werk wurde nach Angaben des Museums dabei nicht beschädigt. Es sei für die Aktion ausgewählt worden, weil es darstelle, “wie Zivilisationen, die sich einst für unbesiegbar hielten, binnen kurzem zerfallen können“.

dapd

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