Ölpest: Kritik an Obama-Regierung

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Rund fünf Monate sprudelte dasÖl aus dem Leck der Bohrinsel.

Washington - Fast sechs Monate nach Beginn der Ölpest im Golf von Mexiko hat eine von Präsident Barack Obama eingesetzte Kommission die Reaktion der US-Regierung auf die Katastrophe scharf kritisiert.

Nach einem Bericht der “Washington Post“ prangert das Gremium insbesondere an, dass in der Obama-Administration Verwirrung über das Desaster-Ausmaß herrschte. Auch habe es Versuche gegeben, die Öffentlichkeit über die Schwere der Umwelttragödie im Unklaren zu lassen.

Ölpest im Golf von Mexiko: Chronologie des Versagens

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Tatsächlich sei die Bevölkerung aufgrund des Regierungsverhaltens über Wochen im Dunkeln getappt, zitierte die Zeitung am Mittwoch (Ortszeit) aus “Arbeitspapieren“ der Kommission, die Obama zur Untersuchung des Unglücks ins Leben gerufen hatte. “Die Regierung erweckte den Eindruck, dass sie entweder nicht völlig kompetent war, die Ölpest zu bewältigen, oder nicht völlig offen gegenüber dem amerikanischen Volk über die Reichweite des Problems war.“

Konkret wird der Administration nach dem Bericht der “Washington Post“ angelastet, dass sie in den ersten Tagen nach der Explosion auf der Ölplattform “Deepwater Horizon“ anscheinend überhaupt keinen fundierten Überblick über die Menge des austretenden Öls hatte. Später, als dann das Ausmaß der Katastrophe klarer geworden sei, habe es Differenzen zwischen einzelnen Stellen darüber gewesen, wie viel man der Öffentlichkeit mitteilen solle.

So sei etwa das Bestreben der Nationalen Behörde für Ozeanographie (NOAA), Ende Mai oder Anfang Juni Schätzungen über den Ölaustritt “im schlimmstmöglichen Fall“ zu veröffentlichen, von einer anderen Behörde blockiert worden, zitiert die “Washington Post“ aus einem der Papiere. Während unabhängige Wissenschaftler bereits von einem sehr hohen Ölfluss ausgegangen seien, habe die Regierung auf einer weitaus konservativeren Schätzung von Ende April beharrt - die etwa bei einem Zehntel der endgültigen Zahlen gelegen hätten.

Die Kommission gibt nach dem Zeitungsbericht zu bedenken, dass die Reaktion der Regierung auf die Katastrophe vielleicht von vornherein besser ausgefallen wäre, wenn es ein “stärkeres Dringlichkeitsgefühl“ gegeben hätte. Dies wäre möglicherweise durch eine frühzeitige öffentliche Diskussion über das schlimmstmögliche Szenario erzeugt worden - was aber der Bevölkerung vorenthalten worden sei. Insgesamt waren nach der Explosion auf der “Deepwater Horizon“ nach letzten Schätzungen 660 000 Tonnen Rohöl in den Golf von Mexiko ausgetreten - mehr als bei jeder anderen Ölkatastrophe zuvor.

dpa

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