Ölpest: BP startet Operation "Top Kill"

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Live-Bilder einer TV-Kamera, die zeigt, wie im Golf von Mexiko Öl aus einem Leck strömt.

Covington/USA - Operation "Top Kill" hat begonnen: Mit schwerem Bohrschlamm will der Ölkonzern BP das Bohrloch vor Mexiko schließen. Geht dabei etwas schief, wird die Katastrophe wohl noch gewaltiger.

Der Ölkonzern BP hat am Mittwoch gegen 20.00 Uhr MESZ einen neuen Anlauf unternommen, das defekte Bohrloch im Golf von Mexiko abzudichten. Bei dem als “Top Kill“ bezeichneten Verfahren wird Schlamm mit Zement unter hohem Druck in die undichte Stelle in 1.500 Metern Tiefe gepumpt werden. Das wurde unter Wasser aber noch nie versucht. BP bezifferte die Erfolgschancen für die Aktion auf 60 bis 70 Prozent. Zuvor hatte sich der Start der Operation verzögert.

Der Ölkonzern BP überträgt die Operation in einem Livestream.

Das Unternehmen gilt als riskant: Geht etwas schief, können die Lecks und damit die Katastrophe sogar noch vergrößert werden. Bislang sind aus dem Leck mindestens sieben Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko geströmt und haben eine Ölpest gigantischen Ausmaßes verursacht. BP-Chef Tony Hayward sagte am Mittwoch dem US-Sender NBC, bis man wisse, ob “Top Kill“ wirklich Erfolg hatte, könnten noch “ein oder zwei Tage“ vergehen.

Der Kampf gegen die Ölpest

USA kämpfen gegen die Öl-Pest

BP sagte am Dienstag zu, den Versiegelungsversuch am Meeresgrund per Video zu übertragen. Dies sei auf Druck der US-Regierung erfolgt, verlautete aus Regierungskreisen in Washington. Über zwei Leitungen sollen 6.300 bis 8.000 Liter der Masse aus Schlamm und Zement in den Abdichtkopf gepumpt werden. Geht alles gut, stoppt der Gegendruck der Dichtmasse das aufsteigende Öl, der “Kill“ wäre erfolgreich. Falls nicht, fließt im schlimmsten Fall noch mehr Öl als bisher in den Golf.

Ein Technik-Professor der Universität Berkely, Bob Bea, sagte, der Erfolg der Aktion hänge davon ab, wie hoch die austretende Ölmenge tatsächlich sei. Alles was über sechs Millionen Liter pro Tag liege, wäre nach seiner Ansicht zuviel für den beschädigten Abdichtkopf. Unterwasseraufnahmen zeigten unterdessen, dass das austretende Öl dunkler geworden ist. Dies deutet nach Einschätzung von Wissenschaftlern darauf hin, dass inzwischen schwereres Öl austritt, dessen Zerstörungspotenzial für die Meereslebewesen noch höher ist als bisher.

dapd

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