Ölpest: Auffang-Trichter bringt nicht viel

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Ein Pelikan mit ölverklebtem Gefieder an der Küste von Louisiana.

Grand Isle/USA - Die jüngsten Bemühungen zur Eindämmung der Ölpest im Golf von Mexiko haben noch keinen Durchbruch gebracht.

BP hatte zuletzt einen Absaug-Trichter über die defekte Bohrleitung am Meeresboden gestülpt. Der fängt weniger als ein Zehntel des ausströmenden Öls auf, wie Thad Allen, General der US-Küstenwache, schätzte. Das enspricht einer täglichen Menge von rund 160.000 Liter Öl - das meiste strömt aber weiterhin ungehindert ins Meer. BP hatte die Hoffnung geäußert, durch Anpassungen an der Absaug-Vorrichtung, die aufgefangene Menge steigern zu können.

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Derweil versprach Präsident Barack Obama den Bewohnern der Golfküste seine uneingeschränkte Unterstützung. Er forderte außerdem den Konzern BP zu größeren finanziellen Hilfen auf. Er wolle nicht, dass jemand anderes die Kosten für die Risiken übernehme, die BP eingegangen sei, erklärte Obama. “Ich will sicherstellen, dass sie dafür bezahlen.“ Obama reagierte mit dem Besuch in Louisiana, für den er eine geplante Auslandsreise absagte, auch auf Meinungsumfragen, die zeigen, dass die Menschen zunehmend unzufrieden damit sind, wie der Präsident mit der Krise umgeht. Obama steckt bei seiner Kritik an BP aber in einer Zwickmühle: Um die Probleme zu lösen, ist er auf die gleichen Leute angewiesen, deren Motive er infrage stellt. Die Regierung allein ist nicht in der Lage, das Ölleck im Golf von Mexiko zu schließen.

BP erklärte am Freitag, es werde eine zweite Runde von Zahlungen an Bewohner und Geschäftsleute an der Golfküste vorbereitet, die wegen der Ölpest Verluste erlitten hätten. Wenn das Geld ausgezahlt sei, seien insgesamt rund 84 Millionen Dollar an die Menschen in Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida gegangen.

An der Küste dringt das ausgelaufene Öl immer weiter in das ökologisch sensible Sumpfland vor, Wellen spülen in immer mehr Regionen schmierige Ölklumpen an die Strände. Betroffen sind die US-Staaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida. Langfristig soll der Ölstrom durch zwei Ersatzbohrungen gestoppt werden, bis dahin werden aber noch zwei Monate vergehen.

Insgesamt sollen seit dem Untergang der Bohrinsel “Deepwater Horizon“ am 20. April schon 83 Millionen bis über 170 Millionen Liter Öl ausgelaufen sein.

apn

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