Ölleck: Probleme bei Schließungsversuch

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Das Öl-Leck in einer Satellitenaufnahme vom 10. Mai

Hammond/USA - Auch beim jüngsten Versuch des Ölkonzerns BP, das Ölleck im Golf von Mexiko zu schließen, gibt es wieder Probleme.

Die Arbeiten gingen aber weiter, erklärte US-Innenminister Ken Salazar am Samstag. Es jetzt ein neuer Anlauf unternommen worden, um ein 1,6 Kilometer langes, dünnes Rohr in die geborstene Steigleitung einzuführen. Nähere Einzelheiten nannte er nicht. Auch BP nannte nur wenige Details zum jüngsten Versuch, das Leck zu schließen und das austretende Öl abzusaugen. Mit ferngesteuerten Untersee-Robotern wird versucht, ein 15 Zentimeter dickes Rohr mitsamt einer Dichtung in die 53 Zentimeter dicke Leitung zu stecken. “Wir haben so etwas noch nie gemacht und brauchen Zeit, um es richtig zu machen“, erklärte BP-Sprecher Jon Pack in einer E-Mail.

Zuvor hatten Experten erfolglos versucht, das Leck mit einer Stahlkuppel abzudichten. Zudem sollen jetzt mit Dispersionsmitteln auch Unterwasser eingesetzt werden, um das Öl schon dort aufzulösen. Umweltschützer kritisieren allerdings, es gebe keine Erkenntnisse, welche Auswirkungen diese Chemikalien auf das Leben am Meeresboden hätten. Bislang haben bereits mehr als 15 Millionen Liter Öl das Gewässer verpestet. Jeden Tag kommen etwa 800.000 weitere Liter hinzu. Trotz der Umweltkatastrophe wird es nach Ansicht von BP-Chef Tony Hayward auch in Zukunft Ölbohrungen in großen Meerestiefen geben. Genauso wenig wie das Unglück von Apollo 13 zum Ende der Raumfahrt geführt habe oder schwere Flugzeugunglücke die Menschen abgehalten hätten, weiter zu fliegen, werde das Ölleck zum Ende der Suche nach Ölfeldern in tiefen Gewässern führen, sagte Howard am Samstag in einem Interview der BBC.

Aus dem Glück müssten aber Lehren gezogen werden, erklärte der BP-Chef weiter. Er äußerte dabei die Hoffnung, dass das Leck an der Bohrstelle im Golf von Mexiko in einer Woche oder zehn Tagen geschlossen sein werde. Im schlimmsten Fall werde es auch länger dauern, sagte Howard. Wie lange, könne keiner sagen. In Zug in der Schweiz kam unterdessen der Chef von Transocean, der Firma, der die zerstörte Bohrinsel “Deepwater Horizon“ gehörte, mit Aktionären des Unternehmens zusammen. Das Treffen fand hinter verschlossenen Türen statt; auf Fragen von Reportern reagierte Steven Newman nicht. Transocean erklärte, es würden rund eine Milliarde Dollar an Dividende an die Aktionäre ausgezahlt. Das sind etwa 3,11 Dollar je Aktie. Die Aktie verlor seit dem Unglück etwa ein Viertel an Wert.

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