Nach Brandkatastrophe in Paris

Riesige Spendenwelle für Notre-Dame

Trümmerteile und verkohlte Holzbalken liegen im Inneren der Kathedrale Notre-Dame. Foto: Christophe Petit Tesson/EPA POOL/AP
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Trümmerteile und verkohlte Holzbalken liegen im Inneren der Kathedrale Notre-Dame. Foto: Christophe Petit Tesson/EPA POOL/AP
Ein Kran senkt eine hölzerne Tragkonstruktion auf die Kathedrale Notre-Dame ab. Foto: Francois Mori/AP
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Ein Kran senkt eine hölzerne Tragkonstruktion auf die Kathedrale Notre-Dame ab. Foto: Francois Mori/AP
Flammen und Rauch schlagen aus der Kathedrale Notre Dame auf, der kleine Spitzturm (M) beginnt einzustürzen. Foto: Thierry Mallet/AP
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Flammen und Rauch schlagen aus der Kathedrale Notre Dame auf, der kleine Spitzturm (M) beginnt einzustürzen. Foto: Thierry Mallet/AP
Der Blick vom Bürogebäude Montparnasse auf die ausgebrannte Kathedrale Notre-Dame. Foto: Thibault Camus/AP
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Der Blick vom Bürogebäude Montparnasse auf die ausgebrannte Kathedrale Notre-Dame. Foto: Thibault Camus/AP
Notre-Dame solle innerhalb der nächsten fünf Jahre wieder aufgebaut werden und dann noch schöner sein als vorher, sagte Macron in einer TV-Ansprache. Foto: Yoan Valat/EPA POOL/AP
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Notre-Dame solle innerhalb der nächsten fünf Jahre wieder aufgebaut werden und dann noch schöner sein als vorher, sagte Macron in einer TV-Ansprache. Foto: Yoan Valat/EPA POOL/AP
Die Feuerwehr hat den verheerenden Brand nach mehrstündigen Löscharbeiten unter Kontrolle gebracht. Foto: Gareth Fuller/PA Wire
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Die Feuerwehr hat den verheerenden Brand nach mehrstündigen Löscharbeiten unter Kontrolle gebracht. Foto: Gareth Fuller/PA Wire
Ein Feuerwehrmann versucht, das Feuer in der Kathedrale Notre-Dame zu löschen. Foto: Michael Euler/AP
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Ein Feuerwehrmann versucht, das Feuer in der Kathedrale Notre-Dame zu löschen. Foto: Michael Euler/AP
Eine riesige Rauchsäule steht über der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Foto: Christian Böhmer
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Eine riesige Rauchsäule steht über der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Foto: Christian Böhmer

Rund um Ostern waren eigentlich zahlreiche Messen in Notre-Dame geplant. Doch das ist in der schwer beschädigten Kathedrale nicht mehr möglich. Die Pariser müssen ausweichen - doch die Brandkatastrophe bleibt allgegenwärtig.

Paris (dpa) - Nach dem verheerenden Brand in der Kathedrale Notre-Dame hat der Pariser Erzbischof Michel Aupetit den Menschen Mut zugesprochen. Gläubige feierten am Mittwochabend in der zweitgrößten Pariser Kirche Saint-Sulpice eine Messe vor Ostern.

Die sogenannte Chrisammesse sollte eigentlich in Notre-Dame stattfinden. Die Kathedrale sei zwar teilweise zusammengestürzt, sagte Aupetit über die Brandkatastrophe. Er betonte jedoch mehrfach: "Wir werden unsere Kirche wieder aufbauen." Auch Präsidentengattin Brigitte Macron und Innenminister Christophe Castaner waren gekommen.

Vor der Kirche im Stadtteil Saint-Germain-des-Prés versammelten sich Hunderte Menschen. Eine Großbildleinwand war aufgebaut. Auch vor anderen Kathedralen des Landes kamen zahlreiche Menschen am Abend zusammen und hielten inne. Landesweit läuteten um Punkt 18.50 Uhr in ganz Frankreich die Kirchenglocken - um diesen Zeitpunkt wurde der Brand in dem weltberühmten Wahrzeichen am Montagabend entdeckt. Die französische Bischofskonferenz hatte die Kathedralen im Land dazu aufgerufen. Die Glocken erklangen etwa in der Pariser Kirche Sacré-Cœur im Touristenviertel Montmartre, der Kathedrale St. André in Bordeaux und im Straßburger Münster.

Frankreich will nach der Katastrophe einen internationalen Architekturwettbewerb für den Wiederaufbau des kleinen Vierungsturms in der Mitte des Daches von Notre-Dame ausrufen. Dieser Spitzturm war bei dem verheerenden Brand zusammengestürzt. Premierminister Édouard Philippe sagte nach einer Regierungssitzung, der neue Turm müsse den "Herausforderungen unserer Zeit" standhalten.

Insgesamt wird der Wiederaufbau der weltberühmten, schwer beschädigten Pariser Kathedrale Notre-Dame von einer riesigen Spendenwelle im Milliarden-Bereich getragen. Nach Angaben von Stéphane Bern, der im Auftrag von Staatspräsident Emmanuel Macron für die Renovierung historischer Baudenkmäler in Frankreich zuständig ist, waren schon bis Mittwochmorgen fast 900 Millionen zur Verfügung gestellt worden. Bern sagte dem Sender RMC: "Die ganze Welt ist an unserer Seite."

Premierminister Philippe kündigte am Mittwoch ein neues Gesetz an, das Transparenz im Umgang mit den Spenden sicherstellen soll. "Jeder Euro, der für den Wiederaufbau von Notre-Dame eingezahlt wird, wird dafür eingesetzt - und für nichts anderes." Eine entsprechende Vorlage soll es in der kommenden Woche geben. Milliardärsfamilien und Firmen hatten Hunderte Millionen Spenden zugesagt.

Kurz nach dem Ausbruch des Feuers hatte Präsident Macron schon versprochen, das jahrhundertealte Bauwerk wieder aufzubauen. In einer Fernsehansprache am Dienstag kündigte er dann an, dass dies binnen fünf Jahren passieren sollte.

Das Pariser Rathaus plant an diesem Donnerstag eine Veranstaltung zu Ehren der Kathedrale. Dabei sollen auch Menschen gewürdigt werden, die an der Rettung von Notre-Dame Anteil hatten.

Derweil war die Ursache der Katastrophe in dem rund 850 Jahre alten Kirchenbau auch am Mittwoch noch ungeklärt. Die Pariser Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass der Brand auf einem Unfall beruht und nicht auf einer "vorsätzlichen Tat". Daher würden Zeugen befragt, darunter Arbeiter, die vor dem Feuer an Renovierungsarbeiten beteiligt waren.

Notre-Dame gehört zu den Top-Touristenattraktionen der französischen Hauptstadt, sie wird jährlich von Millionen Menschen besucht. Die Kathedrale steht mitten in der Stadt auf der Seine-Insel Île de la Cité. Sie zählt seit 1991 zum Weltkulturerbe der Unesco. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1163 zurück, als der Bau unter Bischof Maurice de Sully begann. Mit seinem 1831 erschienenen Roman "Der Glöckner von Notre-Dame" verewigte Victor Hugo die Kathedrale in der Weltliteratur.

Dass in so kurzer Zeit eine so hohe Summe an Spendengeldern zusammengekommen ist, stößt allerdings nicht bei jedem auf Begeisterung. So erntete Natascha Ochsenknecht neulich einen heftigen Shitstorm, als sie die Spenden für Notre-Dame kritisierte

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