Norwegen: Anders Behring Breivik bleibt in Isolationshaft

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Anders Behring Breivik bleibt auch weiterhin in Isolationshaft.

Oslo - Anders Behring Breivik bleibt nach einer gerichtlichen Anordnung vier weitere Wochen in Isolationshaft. Es wird befürchtet, dass der geständige Attentäter Beweismaterial verfälschen und mögliche Komplizen kontaktieren könnte.

Die Entscheidung teilte das Bezirksgericht am Freitag mit. Breiviks Anwalt Geir Lippestad hatte angekündigt, sein Mandant werde um ein Ende der Einzelhaft bitten. Breivik kam unter schwerem Polizeischutz zu der Anhörung in einem Gericht der norwegischen Hauptstadt, die Öffentlichkeit war ausgeschlossen. Sein Antrag, bei der Verhandlung einen schwarzen Smoking tragen zu dürfen, war zuvor abgelehnt worden. Ein solcher Auftritt sei “unnötig verstörend und provokativ“, hieß es in der Begründung. Stattdessen sei Breivik in einem schwarzen Anzug vor Gericht erschienen, erklärte Lippestad. Sein Mandant habe ruhig gewirkt, jedoch keinerlei Reue gezeigt.

“In seiner Aussage hat er erklärt, dass die Taten grausam, aber nötig gewesen sind. Seine Ansicht hat sich nicht geändert“, sagte Lippestad nach der halbstündigen Anhörung. “Er erklärte, dass die Einzelhaft hart für ihn sei. Mehr sagte er dazu nicht.“

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Bei einer ersten Anhörung am 25. Juli hatte das Gericht entschieden, Breivik könne zunächst für acht Wochen festgehalten werden.

Für vier Wochen wurde eine Isolationshaft ohne Zugang zu Fernsehen, Zeitungen und Internet genehmigt. Die Polizei hatte eine Verlängerung um weitere vier Wochen beantragt. Richter Hugo Abelseth setzte den nächsten Anhörungstermin im Fall Breivik für den 19. September fest.

Die Überlebenden der Anschläge waren von der Gerichtsverhandlung vom Freitag ausgeschlossen, wurden jedoch von ihren Anwälten vertreten. “Ein Verständnis für den Schmerz und das Leid, das er anderen zugefügt hat, fehlt völlig. Stattdessen ist er nur mit sich selbst und seiner Situation beschäftigt“, sagte der anwesende Anwalt Sigurd Klomsaet über den Attentäter.

Breivik hat die Tötung von 77 Menschen bei dem Doppelanschlag in Oslo und auf der Insel Utöya am 22. Juli eingeräumt. Der 32-jährige Rechtsextremist hält sich jedoch im juristischen Sinne für unschuldig, da er mit dem Anschlag Norwegen und Europa retten wollte. Er habe eine kulturelle Revolution auslösen und Europa vom Islam befreien wollen, hatte Breivik in einer Vernehmung gesagt.

Unterdessen wollten am Freitag und Samstag Überlebende, Verwandte sowie enge Freunde der Anschlagsopfer Utöya besuchen, um an dem Schauplatz des Massakers zu trauern. Rund 1.500 Menschen wurden auf der Insel erwartet. Er hoffe, dass der Aufenthalt den Familien dabei helfe, den tragischen Verlust aufzuarbeiten, erklärte der Direktor der norwegischen Gesundheitsbehörde Bjoern Inge Larsen.

dapd

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