Neue Vorwürfe gegen Kaprun-Gutachter: "Gröbster billiger Pfusch"

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Bei einem Brand im Tunnel der Gletscherbahn Kaprun kamen am 11. November 2000 150 der 162 Passagiere durch Rauchgasvergiftung zu Tode.

Stuttgart - Das juristische Tauziehen um die Brandkatastrophe von Kaprun mit 155 Toten geht weiter: Zwei Gutachter erheben in mehreren Gutachten erneut schwere Vorwürfe gegen die Betreiber der Seilbahn.

Es seien “brandgefährliche Produkte“ in der Gletscherbahn verwendet worden, unter anderem leicht entzündliches und giftiges Hydrauliköl und nicht genehmigte Frontmasken. In einer Stellungnahme des Opferanwalts Gerhard Podovsovnik an das Landesgericht Linz, die der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt, ist von “brandtechnischer Steinzeit“ und “gröbstem billigem Pfusch“ die Rede. Podovsonik erkärte am Donnerstagabend, die neuen Gutachten seien bei dem Gericht eingereicht worden.

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Die Vorwürfe richten sich insbesondere gegen vier österreichische Gutachter, die in einem Strafprozess gegen die Betreiber der Seilbahn einen Heizlüfter als Ursache für die Brandkatastrophe ermittelt hatten. Keim und Schrettenbrunner hatten 2008 Strafanzeige gegen die vier Gutachter gestellt. Der Vorwurf: Im Prozess hätten sie bewusst falsch ausgesagt, um Straftaten beim Umbau der Gletscherbahn zu vertuschen. Techniker und Verantwortliche der Bahn waren 2005 von einem Linzer Gericht freigesprochen worden.

Nachdem im November 2009 die Staatsanwaltschaft Linz ein Strafverfahren gegen die vier Gutachter abgelehnt hat, erhebt Opferanwalt Podovsovnik nun auch Vorwürfe gegen die Justiz. Die Staatsanwaltschaft sei befangen, ihre Stellungnahme eher “eine Verteidigungsschrift der Beschuldigten“. Podovsovnik fordert die österreichische Justiz nun auf, das Gerichtsverfahren dem Gerichtshof der Europäischen Union vorzulegen.

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