Nach Germanwings-Absturz

Strikte Regeln: Wie wird eigentlich ein Flugzeug gewartet?

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Für die Wartung und Überholung von Flugzeugen gibt es gesetzliche Bestimmungen, Vorschriften der Behörden für Flugsicherheit, Garantiebedingungen der Flugzeughersteller und interne Regelungen der Fluggesellschaften selbst.

Hamburg - Verkehrsflugzeuge werden regelmäßig intensiv auf ihre technische Sicherheit überprüft, gewartet und überholt. Dafür gibt es strenge Vorschriften.

Grundlage dafür sind gesetzliche Bestimmungen, Vorschriften der Behörden für Flugsicherheit, Garantiebedingungen der Flugzeughersteller und interne Regelungen der Fluggesellschaften selbst.

Die Flugzeuge von Germanwings werden von Lufthansa Technik gewartet, einer der weltweit führenden Gesellschaften für technische Dienstleistungen an Flugzeugen. Es bestehe ein umfassender Wartungsvertrag.

Lufthansa Technik nimmt die größeren Checks und Überholungen für den Airbus A320 vor allem an den Konzernstandorten Sofia und Budapest vor. Die technischen Standards seien an allen Standorten gleich, sagt ein Lufthansa-Sprecher.

Alle 350 bis 750 Flugstunden muss ein Flugzeug zum A-Check. Er umfasst neben den allgemeinen Kontrollen im Inneren und an der Flugzeughülle weitere Service-Checks sowie Triebwerks- und Funktionskontrollen.

Detaillierter ist die Wartung des Flugzeuges beim C-Check. Er umfasst gründliche Kontrollen innen und außen sowie eine intensive Überprüfung von Strukturen (tragende Bauteile an Rumpf und Tragflächen) und Funktionen. Dabei suchen die Techniker zum Beispiel mit Ultraschallverfahren Risse in kritischen Bauteilen. Für den C-Check bleibt ein Flugzeug bis zu fünf Tage in der Wartungshalle. Der letzte C-Check für das Unfallflugzeug war im Sommer 2013.

Zwei bis vier Wochen dauert der IL-Check (Intermediate Layover Check) alle drei bis fünf Jahre. Dazu werden Großbauteile wie Landeklappen demontiert, um einen einfacheren Zugang zur Kontrolle der Rumpf- und Flügelstruktur zu erhalten. Parallel testen die Techniker zahlreiche Geräte und Systeme und reparieren sie bei Bedarf. Die Kabinenbauteile wie beispielsweise Sitze, Küchen oder Toiletten werden zudem komplett überholt und das Flugzeug gegebenenfalls neu lackiert.

Beim D-Check wird die Maschine ungefähr alle zehn Jahre völlig auseinandergenommen und Teil für Teil gründlich untersucht. Dabei werden Ultraschall- und Wirbelstromsonden eingesetzt. Diese Prüfungen decken Materialermüdung, Haarrisse oder sonstige Schäden auf. Wenn das Flugzeug nach rund vier Wochen das Dock wieder verlässt, ist nicht nur alles repariert oder ausgetauscht, was abnutzen kann. Vielmehr werden auch die vom Hersteller in den vergangenen Jahren herausgebrachten Produktverbesserungen bei Technik und Passagierkomfort eingebaut. Ein D-Check bedeutet 30.000 bis 50.000 Arbeitsstunden.

dpa

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