Nach Erdbeben: Eine halbe Million Haushalte ohne Strom

Sendai - Das schwere Erdbeben vom Donnerstag hat die Lage in der Region Fukushima weiter verschlimmert. Hunderttausende Haushalte müssen ohne Strom auskommen, und es gibt noch mehr Probleme:

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Nach dem erneuten schweren Erdbeben vom Donnerstag, das mit einer Stärke von 7,1 den Nordwesten Japans erschüttert hat, waren am Freitag noch eine halbe Million Haushalte ohne Strom. Sechs konventionelle Kraftwerke fielen vorübergehend aus, drei gingen bis zum Freitag wieder in Betrieb, erklärte ein Sprecher des zuständigen Energieversorgers Tohoku Electric-Power.

Das Beben ereignete sich in ungefähr dem gleichen Gebiet, das im März von einem Erdbeben der Stärke 9,0 und dem nachfolgenden Tsunami verwüstet wurde. Bei den neuerlichen Erdstößen am Donnerstag kamen mindestens drei Menschen ums Leben.

In mehreren Atomkraftwerken sprangen Dieselgeneratoren an, bis Freitagnachmittag waren die Anlagen aber wieder ans Stromnetz angeschlossen. Aus der schwer beschädigten Atomanlage Fukushima, wo Arbeiter immer noch versuchen, überhitzte Reaktoren zu kühlen, wurden keine zusätzlichen Probleme infolge des neuen Erdbebens gemeldet.

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Im Atomkraftwerk Onagawa floss radioaktives Wasser aus den Abklingbecken, blieb aber innerhalb der Sicherheitshülle der Anlage, wie Tokohu Electric erklärte. Dies sei “nicht ungewöhnlich, obwohl es vorzuziehen ist, dass es nicht passiert“, sagte ein Sprecher der Atomsicherheitsbehörde.

Aus dem Meiler in Onagawa trat nach dem ersten Beben Öl ins Meer aus. Es wurde von Absperrvorrichtungen eingegrenzt. Bei dem Beben vom Donnerstag gelangte nach Angaben der Küstenwache Öl aus der Absperrung. Bis Freitag sei das Leck aber wieder geschlossen worden.

Auch am Donnerstag wurde in der betroffenen Region wieder, wie schon nach dem März-Beben, das Benzin knapp. An den Tankstellen bildeten sich lange Autoschlangen. Stromleitungen waren vielerorts unterbrochen und mussten repariert werden. Die Reparatur könne noch Tage dauern, hieß es.

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Hunderte Polizisten setzten unterdessen in der Stadt Minami Soma in Nähe von Fukushima ihre Suche nach Leichen fort. Das Gebiet konnte wegen starker Strahlung nach der Havarie des Kraftwerks nicht betreten werden. In den vergangenen Tagen ging die Strahlung allerdings so weit zurück, dass Suchtrupps in Schutzkleidung dort eingesetzt wurden.

Eine nach dem Beben vom Donnerstag ausgegebene Tsunami-Warnung wurde später wieder aufgehoben. Das Beben war auch in der rund 330 Kilometer vom Epizentrum entfernten Hauptstadt Tokio noch zu spüren.

ap

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