Teenager-Mörder wird spektakulärer Prozess gemacht

+
Er soll einen Jugendlichen grundlos erschossen haben: George Zimmerman.

Washington - Der Fall hat Amerika aufgewühlt. Ein Hobby-Polizist erschießt einen jungen Schwarzen - und die Polizei tut nichts. Sechs quälende Wochen dauert es, bis die Justiz Anklage erhebt.

Sechs Wochen nach den Todesschüssen auf einen unbewaffneten schwarzen Teenager hat die US-Justiz den mutmaßlichen Täter angeklagt. Der 28-jährige George Zimmerman - ein Latino - müsse sich wegen Mordes mit bedingtem Vorsatz (second degree murder) verantworten, kündigte die Sonderermittlerin der Staatsanwaltschaft, Angela Corey, am Mittwochabend (Ortszeit) in Jacksonville (Florida) an. Der Beschuldigte, der zunächst auf freien Fuß geblieben war, habe sich gestellt und befinde sich in Haft.

Die Top Ten der US-Fahndungsliste

WANTED! Die Top Ten der US-Fahndungsliste

Der Fall hatte eine landesweite Welle der Empörung ausgelöst, vor allem, da von möglichen rassistischen Motiven die Rede war. Sogar Präsident Barack Obama hatte sich dazu geäußert. Grund der Proteste war auch, dass die örtliche Polizei zunächst nicht gegen Zimmerman ermittelt hatte, weil sich dieser auf Notwehr berief. Nationale Medien hatten von einem Verbrechen “Weiß gegen Schwarz“ gesprochen.

Zimmerman, ein “Hobby-Polizist“, soll den 17-jährigen Trayvon Martin erschossen haben. Er sei auf den Jungen gestoßen, als er in der Tatnacht in seiner Nachbarschaft in Sanford freiwillig auf Sicherheitspatrouille gewesen war. Nach Medienberichten gab er nur einen Schuss auf den Teenager ab.

Dem Beschuldigten drohe eine lange Haftstrafe, sagte ein Rechtsexperte des TV-Senders CNN. Die Höchststrafe sei lebenslänglich. Ein möglicher Prozess dürfte besonders spektakulär werden, weil im Gerichtssaal Fernsehkameras erlaubt seien, meinte der Experte.

Die Sonderermittlerin betonte eindringlich, die Entscheidung sei ihr nicht leicht gefallen. Es handele sich um einen “schwierigen Fall“. Doch dem Opfer müsse Gerechtigkeit widerfahren. Zugleich betonte sie aber: “Wir klagen nicht wegen öffentlichen Drucks oder wegen Eingaben an...Wir klagen auf der Grundlage von Fakten an.“

Zu einem möglichen Strafmaß wollte sich die Sonderermittlerin nicht äußern. Auch wann ein möglicher Prozess beginnen könnte, blieb offen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Diese Gewinne liegen beim Freimarkt voll im Trend

Diese Gewinne liegen beim Freimarkt voll im Trend

Jeden Tag sterben 15 000 Kinder unter fünf

Jeden Tag sterben 15 000 Kinder unter fünf

Meistgelesene Artikel

Experten angespannt: Asteroid raste auf Erde zu - und verfehlte sie nur knapp

Experten angespannt: Asteroid raste auf Erde zu - und verfehlte sie nur knapp

Pechvogel-Frau landet einen viralen Hit mit dem Versuch, ihr Handy zu retten

Pechvogel-Frau landet einen viralen Hit mit dem Versuch, ihr Handy zu retten

Zu Fuß von Hamburg nach Shanghai: Extremsportler bricht sich beide Füße

Zu Fuß von Hamburg nach Shanghai: Extremsportler bricht sich beide Füße

Gericht: Strafbefehle müssen in Sprache des Empfängers übersetzt werden

Gericht: Strafbefehle müssen in Sprache des Empfängers übersetzt werden

Kommentare