Mutmaßliche Folterer im Irak nicht verhaftet

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Szene aus dem Amnesty International-Film "Stuff of Life" zeigt einen "Gefangenen", bei dem simuliertes Ertränken angewendet wird.

Mossul - Die Justizbehörden der nordirakischen Stadt Mossul haben rund 100 Haftbefehle gegen Sicherheitskräfte ausgestellt, die in verschiedenen irakischen Gefängnissen Verdächtige gefoltert haben sollen.

Nach Angaben von Lokalpolitikern und Anwälten aus Mossul wurde aber bislang kein einziger dieser in den vergangenen Monaten ausgestellten Haftbefehle vollstreckt.

“Es gibt offizielle Dokumente, die belegen, dass irakische Offiziere Menschen aus unserer Stadt, die festgenommen worden waren, gefoltert haben“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Stadtrates von Mossul, Dildar al-Sebari, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Trotzdem sei bislang nichts unternommen worden, um diese mutmaßlichen Folterer zur Rechenschaft zu ziehen.

Er übte auch Kritik am Verteidigungsministerium in Bagdad, das seiner Meinung nach mit Schuld daran trägt, dass die Verdächtigen bislang nicht verhaftet wurden. Al-Sebari sagte, die Sicherheitskräfte hinderten außerdem die Anwälte daran, die Häftlinge aus Mossul zu besuchen. Diese seien zum Großteil ohne Haftbefehl festgenommen worden. Ihnen werde zumeist “Terrorismus“ vorgeworfen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte im vergangenen Monat in einem Bericht über die Zustände in irakischen Haftanstalten geschrieben, Folter und Willkür gehörten in dem Land heute zum Gefängnisalltag. In dem Bericht werden auch einige Fälle von Häftlingen aus der Stadt Mossul geschildert.

dpa

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