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mRNA-Impfstoff ARCT-154: Hoffnung für ärmere Länder im Kampf gegen Corona

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Von: Johannes Nuß

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Neuer Impfstoff entwickelt
Das US-Biotechunternehmen Arcturus Therapeutics aus Kalifornien einen neuen Impfstoff entwickelt, der relativ problemlos gelagert und auch transportiert werden kann. (Archivbild) © Moritz Falkenberg/dpa

Er ist einfach zu lagern und schützt vor schweren Verläufen: Ein US-Unternehmen hat einen neuen mRNA-Impfstoff auf den Markt gebracht. Für ärmere Länder eine Lösung?

San Diegon/Ho Chi Minh-Stadt  – Es gibt Länder auf diesem Planeten, da haben bisher kaum Menschen eine Impfung gegen Corona erhalten. Während in Deutschland bereits 76,1 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft sind, sind es beispielsweise im afrikanischen Burundi lediglich 0,1 Prozent. Neben der Armut der Länder machen auch die hohen Temperaturen dort Probleme, die gängigen mRNA-Impfstoffe von Biontech oder Moderna entsprechend zu lagern. Biontech beispielsweise darf nur bei 2 bis 8 Grad Celsius gelagert werden und das auch nur für einen Monat. Danach sind die Impfdosen unbrauchbar.

Neuer mRNA-Impfstoff ARCT-154: Hoffnung für ärmere Länder im Kampf gegen Corona

Doch jetzt das US-Biotechunternehmen Arcturus Therapeutics aus Kalifornien einen neuen Impfstoff entwickelt, der relativ problemlos gelagert und auch transportiert werden kann. Das gibt Hoffnung für ärmere Länder im Kampf gegen Corona. Gemeinsam mit seinem vietnamesischen Partner Vinbiocare wurde ein Impfstoff entwickelt, der durch Gefriertrocknung in Pulver umgewandelt und somit bei Raumtemperatur gelagert werden kann. Um den Impfstoff zu verabreichen, muss er schließlich durch die Zugabe von Flüssigkeit wieder injizierbar gemacht werden.

Betitelt ist das neue Mittel mit dem Namen ARCT-154 und hat bei 95 Prozent der geimpften Personen dafür gesorgt, dass die Menschen keinen schweren Verlauf mit einer Covid-19-Infektion hatten. Das Außergewöhnliche an dem Impfstoff: er ist selbst-amplifizierend, was so viel bedeutet, dass sich die mRNA von selber im Körper aufbaut. Noch besser: die klinischen Studien wurden jetzt erfolgreich abgeschlossen, berichtet fr.de.

Neuer mRNA-Impfstoff ARCT-154: Impfstoff baut sich im Körper von selber auf

Da der Impfstoff selbst-amplifizierend ist, kann das Mittel auch niedriger dosiert werden, als die gängigen mRNA-Impfstoffe der Hersteller Biontech oder Moderna. Hinzu kommt, dass ARCT-154 dadurch günstiger in der Herstellung ist. Wird der Impfstoff gespritzt, so wird die mRNA codiert als Bauanleitung für das Spike-Protein verabreicht, zusätzlich sind noch Enzyme in dem Wirkstoff enthalten. Durch die soll sich der Impfstoff länger in den Zellen halten und es können mehr Antigene aufgebaut werden.

Inzwischen konnten die klinischen Studien, die bereits seit August des vergangenen Jahres liefen, im April abgeschlossen werden. Wie es in dem Bericht der Frankfurter Rundschau heißt, sollen rund 19.000 Personen daran teilgenommen haben, die im Abstand von vier Wochen zwei Injektionen á 5 Mikrogramm des Impfstoffes ARCT-154 verabreicht bekamen. Bei Biontech sind es 30 Mikrogramm, die benötigt werden, bei Moderna sogar 100 Mikrogramm.

Bei der Studie herausgekommen ist, dass der Wirkstoff von Arcturus 55 Prozent Wirksamkeit hat. Bedeutet: so gut wie Biontech ist er nicht. Denn dieser Impfstoff schützt zu 75 Prozent vor der Omikron-Variante des Coronavirus. Trotzdem überwiegen die Vorteile der Lagerung und der Pulverform des Impfstoffes.

Neuer mRNA-Impfstoff ARCT-154: Nebenwirkungen sollen eher mild sein

Die Nebenwirkungen sollen eher mild sein, heißt es. So sei beispielsweise eine Herzmuskelentzündung oder Herzbeutelentzündung bei keinem der Probanden vorgekommen. Doch diese Information ist mit Vorsicht zu genießen, da die Studie mit 19.000 Probanden für eine solch seltene Nebenwirkung zu klein angelegt war.

Insgesamt erlitten während des Studien-Zeitraumes 43 der Probanden eine schwere Covid-19-Infektion, davon waren allerdings 41 Menschen in der Kontrollgruppe, bekamen also nur Placebos ohne Wirkstoff verabreicht. Todesfälle gab es in dem Studien-Zeitraum in dieser Gruppe 9. Aus der geimpften Gruppe verstarb eine Person, die allerdings schon im hohen Alter und somit Risikopatient war. Aus der geimpften Gruppe hatten lediglich zwei Probanden einen schweren Verlauf mit Corona.

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