Warnung vor Mehrfachtäter

Morde in Kufstein und Endingen: Spur geht in die Lkw-Branche

+
Polizisten auf Spurensuche im baden-württembergischen Endingen: Im November vergangenen Jahres wurde hier eine 27 Jahre alte Joggerin Opfer eines tödlichen Verbrechens. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Die Polizei in Deutschland und Österreich sucht einen unbekannten Mehrfachtäter. Er soll Frauen in Endingen und Kufstein getötet haben. Eine Spur führt in die Lkw-Branche.

Endingen/Innsbruck (dpa) - Nach zwei ungeklärten Morden an jungen Frauen in Kufstein in Österreich und in Endingen in Baden-Württemberg konzentriert sich die Polizei auf einen Zusammenhang der zwei Taten.

Die Verbindung werde als wesentliche Spur angesehen - andere Spuren fehlten, sagte der Freiburger Polizeisprecher Walter Roth. Zudem werde geprüft, ob es Parallelen zu weiteren Taten gebe. Konkrete Hinweise darauf gebe es derzeit aber nicht. Der mutmaßliche Mehrfachtäter werde als mobil und sehr gefährlich eingestuft.

Aus Sicht des österreichischen Chefermittlers Walter Pupp ist die Speditionsbranche ein Schwerpunkt der Ermittlungen. Bei der Tat in Kufstein soll der Täter als Waffe eine Eisenstange benutzt haben, die bei hydraulischen Hebesystemen zum Einsatz kommt, zum Beispiel bei Hubwagen oder zum Abkippen von Lkw-Führerkabinen. Auch in Endingen wurde mit einem schweren Gegenstand zugeschlagen - der Polizei zufolge vermutlich mit einer Eisenstange.

Dies bedeute aber nicht zwingend, dass der Täter Lastwagen- oder Fernfahrer sei, sagte der Freiburger Polizeisprecher Walter Roth am Freitag. An solche Stangen könnten auch andere kommen. Für entscheidende Hinweise sind auf deutscher Seite insgesamt 28 500 Euro Belohnung ausgesetzt.

Am Donnerstag hatte die Polizei bekanntgegeben, dass sie an den beiden Tatorten identische DNA-Spuren gefunden hat. Der Unbekannte hat demnach im Januar 2014 in Kufstein eine 20 Jahre alte französische Studentin angegriffen und mit einer Eisenstange erschlagen. Im November vergangenen Jahres wurde in Endingen bei Freiburg eine 27 Jahre alte Joggerin Opfer eines tödlichen Verbrechens. Auch diese Tat wird dem Täter von Kufstein zugeordnet. In beiden Fällen wurden die Opfer sexuell missbraucht und erschlagen.

Die Ermittlungen liefen nun gemeinsam, sagte Roth. Die Polizei der beiden Länder arbeite hierfür eng zusammen. Trotz gefundener DNA-Spuren sei der Täter unbekannt. Die Qualität der DNA-Spuren sei derart schlecht, dass ein Abgleich mit Datenbanken nur sehr schwer möglich sei. Es gibt von dem Gesuchten zudem ein Phantombild aus Österreich. Dieses stamme aber aus dem Jahr 2014 und sei für den Fall in Endingen daher nicht unbedingt aussagekräftig. Die deutsche Polizei verwende es nicht.

Einen Zusammenhang zu einem Sexualmord an einer 19 Jahre alten Studentin Mitte Oktober in Freiburg sehen die Ermittler nicht. Verdächtig in diesem Fall ist ein junger Flüchtling aus Afghanistan. Er sitzt seit seiner Festnahme Anfang Dezember in Untersuchungshaft.

Pressemitteilung vom 26.1.2017

Das könnte Sie auch interessieren

Flächenbrand in der Lindloge zwischen Diepholz und Vechta

Flächenbrand in der Lindloge zwischen Diepholz und Vechta

Putin streitet Einmischung in US-Wahl ab

Putin streitet Einmischung in US-Wahl ab

Fahren E-Autos wirklich anders als "normale" Autos?

Fahren E-Autos wirklich anders als "normale" Autos?

Scheunenbrand in Sage

Scheunenbrand in Sage

Meistgelesene Artikel

Schäferhund beißt IS-Kämpfer in höchster Not die Kehle durch

Schäferhund beißt IS-Kämpfer in höchster Not die Kehle durch

Ryanair-Maschine landet unplanmäßig in Frankfurt - 33 Passagiere in Klinik

Ryanair-Maschine landet unplanmäßig in Frankfurt - 33 Passagiere in Klinik

Monster-Krokodil macht einen Fehler - nach fast zehn Jahren

Monster-Krokodil macht einen Fehler - nach fast zehn Jahren

Vater stirbt bei Autounfall im Beisein seines Sohnes - Zehnjähriger in Lebensgefahr

Vater stirbt bei Autounfall im Beisein seines Sohnes - Zehnjähriger in Lebensgefahr

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.