Ungewöhnlich viele Fälle

Mord und Totschlag in Berlin: vier Fälle in einer Woche

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Vor einem Haus in Heiligensee: Hier wurde die Leiche einer Frau gefunden. Foto: Paul Zinken/Archiv

Seit Sonntag wurden in Berlin mehrere Tote entdeckt, die gewaltsam ums Leben kamen. Nach den geflüchteten Tätern wird gesucht.

Berlin (dpa) - Mordermittler in Berlin müssen derzeit ungewöhnlich viele Fälle aufklären. Innerhalb einer Woche kam es zu vier Tötungsverbrechen in der Hauptstadt. Drei der Täter seien noch auf der Flucht, teilte die Polizei am Freitag mit.

Gegen einen gefassten 26-jährigen Verdächtigen wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen. "So viele Delikte in so kurzer Zeit, das kommt nicht aller Tage vor", sagte ein Polizeisprecher.

Der 26-Jährige gestand laut Polizei, eine 19-jährige Bekannte im Stadtbezirk Reinickendorf erstochen zu haben. Die Leiche war in der Nacht zum Donnerstag in einer Grünanlage im Ortsteil Waidmannslust entdeckt worden. Dem Verdächtigen werde ein Sexualmord zur Last gelegt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Mann soll laut Ermittlungen die Frau aus Angst vor Entdeckung getötet haben.

Nach einem weiteren tödlichen Gewaltverbrechen im selben Bezirk wurde am Freitag mit Hochdruck nach einem 32-Jährigen gesucht. Er könnte bewaffnet und gefährlich sein, so Staatsanwaltschafts-Sprecher Martin Steltner. Das Opfer ist eine 35-Jährige, die im Ortsteil Heiligensee ebenfalls am Donnerstag entdeckt worden war. Die Ermittler vermuten eine Beziehungstat. Bei der Polizei waren aus dem Haushalt mehrere Anzeigen wegen häuslicher Gewalt eingegangen. Das Kind des Opfers wurde in Sicherheit gebracht.

Zu der Attacke zweier maskierter Männer gegen einen 43-Jährigen in Neukölln sind bei der Polizei sechs Hinweise eingegangen. Jeder werde sorgfältig geprüft, hieß es bei der Polizei. Die Maskierten hatten ihr Opfer am Mittwochmorgen vor einem Mehrfamilienhaus mit einem Baseballschläger so heftig attackiert und getreten, dass der Mann trotz Wiederbelebungsversuchen noch am Tatort starb. Nach Medienberichten soll es ein Verbrechen im Milieu krimineller arabischer Großfamilien sein.

Zu dem erstochenen Italiener, der am vergangenen Sonntag im Volkspark Friedrichshain gefunden wurde, bekam die Polizei bis Freitag 13 Hinweise aus der Bevölkerung. Laut Staatsanwaltschaft gibt es einen Verdächtigen, der aber noch nicht gefasst ist.

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