Missbrauchsskandal beherrscht ausgehende Karwoche

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Als gekreuzigter Jesus protestierte in Wien der österreichische Künstler Emmerich Weissenberger gegen den Missbrauch.

Frankfurt - Der Missbrauchskandal in der katholischen Kirche hat die Predigten am Karfreitag beherrscht. In Wien protestierte ein Künstler als gekreuzigter Jesus gegen die Vorfälle.

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Der massenhafte Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen hat die Predigten und Erklärungen von Geistlichen zum Ausgang der Karwoche beherrscht. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, räumte am Karfreitag schwere Versäumnisse und Fehler der katholischen Kirche im Umgang mit Missbrauchsopfern ein. Sein Vorgänger, der Mainzer Kardinal Karl Lehmann, warf den Tätern Verrat am Evangelium vor. Der Beauftragte der katholischen Kirche für Missbrauchsfälle, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, forderte eine Verschärfung der kirchlichen Leitlinien.

Chronologie der Missbrauchsfälle

Chronologie der Missbrauchsfälle

Papst Benedikt XVI. äußerte sich am Gründonnerstag im Petersdom nicht direkt zu dem Skandal. Nach den Worten seines Sprechers sieht er die von dem Skandal verursachte Krise aber als “Prüfung für ihn und die Kirche“. Am (heutigen) Karfreitagabend (22.15 Uhr) wollte der Papst den traditionellen Kreuzweg in Rom gehen. Als “einzigen gigantischen Karfreitag“ bezeichnete die evangelische Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler den sexuellen Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen. Der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, würdigte, dass es im Protestantismus kein Eheverbot für Priester gibt.

Protest als gekreuzigter Jesus

Als gekreuzigter Jesus protestierte in Wien der österreichische Künstler Emmerich Weissenberger gegen den Missbrauch. Er posierte in 20 Metern Höhe über dem Haupteingang des Stephansdoms. In Deutschland erklärte Erzbischof Zollitsch, aus “Enttäuschung über das schmerzliche Versagen der Täter und aus falsch verstandener Sorge um das Ansehen der Kirche“ sei der helfende Blick für die Opfer nicht genügend gegeben gewesen. “Auch das ist eine leidvolle Realität, der wir uns zu stellen haben.“ Zollitsch rief alle Seelsorger seines Erzbistums auf, in den Gottesdienst zum Karfreitag eine zusätzliche Fürbitte einzufügen.

Darin solle es heißen: “Lasst uns beten für die Kinder und Jugendlichen, denen inmitten des Volkes Gottes, in der Gemeinschaft der Kirche, großes Unrecht angetan wurde, die missbraucht und an Leib und Seele verletzt wurden.“ Kardinal Lehmann erklärte in seiner Karfreitagspredigt im Mainzer Dom zu den Tätern: “Sie schwächen und verraten das Evangelium Jesu Christi, der gerade die Kinder in die Mitte stellte.“ Der Trierer Bischof Ackermann sagte dem “Tagesspiegel“ (Samstagausgabe): “Wenn es einen Missbrauchsfall gibt, muss ein forensisches Gutachten über den Täter erstellt werden, egal, ob der Fall verjährt ist oder nicht. Das müssen wir unbedingt in die Leitlinien der Bischofskonferenz aufnehmen.“

Ehemalige Heimkinder lehnen Dialog mit Mixa ab

Zwei der angeblich vom heutigen Bischof Walter Mixa verprügelten Heimkinder reagierten derweil einem Bericht zufolge ablehnend auf das Dialogangebot des Bischofs. Wie sueddeutsche.de schreibt, äußerten sich die beiden Frauen über Mixas Stellungnahme zu den Vorwürfen entsetzt. Der Geistliche belüge sich selbst, wurde eine Frau zitiert. Ein annehmbares Gesprächsangebot können beide in den Äußerungen des Bischofs nicht erkennen.

Der “Süddeutschen Zeitung“ liegen nach eigenem Bericht insgesamt sechs eidesstattliche Versicherungen vor, wonach Mixa in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen in den 70er und 80er Jahren mehrere Kinder schlug. Mixa zeigt sich gesprächsbereit, weist die Vorwürfe aber zurück. Die neue Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Christine Bergmann, sagte unterdessen der “Sächsischen Zeitung“, dass die Bemühungen gegen Gewalt und Missbrauch in den vergangenen Jahren nicht ausreichend gewesen seien. Dabei bezog sie sich auf Gesetze, Beratungsstellen und pädagogisches Material. Besondere Probleme gebe es in geschlossenen Strukturen.

DAPD

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