Millionärin ermordet autistischen Sohn (8)

New York - Ein New Yorker Millionärin ist am Donnerstag wegen der Ermordung ihres autistischen Sohns zu 18 Jahren Haft verurteilt worden.

Gigi Jordan war im November vom obersten Gericht des Bundesstaats New York schuldig befunden worden, ihren acht Jahre alten Sohn Jude Mirra im Februar 2010 in einem Luxushotel in Manhattan mit einer Überdosis von Medikamenten vergiftet zu haben. Die inzwischen 54-jährige Ex-Managerin eines Pharmakonzerns blieb anschließend auf dem Bett sitzen, bis die Polizei kam und den leblose Körper ihres Kindes inmitten von Medikamentenpackungen entdeckt wurde.

Vor Gericht brach die Angeklagte, die auf einer eigenen Website ihre Version des Geschehens wiedergibt, in Tränen aus und beteuerte laut dem "Guardian": "Ich habe Jude mehr als alles andere auf der Welt geliebt. Ich habe geglaubt, dass er unter unfassbaren Qualen leben und sterben würde." Jahrelang sei sie durch die USA gereist, um Wege zu finden, wie sie die Krankheit ihres Sohnes lindern könne. Sie erklärte außerdem, ihr erster Ehemann habe gedroht, sie zu töten, und sie befürchtete, in dem Fall würde Jude in die Obhut ihres zweiten Ehemanns kommen. Diesen beschuldigte sie aber seit langem, das Kind misshandelt zu haben. Das habe ihr der Achtjährige, der so gut wie nicht sprach, durch Gesten zu verstehen gegeben.

Das Gericht fand für diese Behauptung keine Beweise und bescheinigte der Angeklagten psychische Probleme. sie hätte bei all ihren finanziellen Möglichkeiten in der Situation andere Wege finden müssen. Auch kritisierte der Richter, dass die 54-Jährige keine Reue für ihre Tat empfand, sondern nur dafür, sich selbst nicht auch umgebracht zu haben, wie sie einmal in einem TV-Interview gesagt hatte.  

Manhattans Staatsanwalt Cyprus Vance begrüßte das Urteil. "Niemand, besonders kein Kind, verdient die Art von Tod, die Jude Mirra durch seine Mutter erlitt", sagte Vance.

Jordans Verteidiger will Berufung einlegen.

AFP/hn

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