Militärs wegen Brandkatastrophe entlassen

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Waldbrände in Russland.

Peredelzi - Im Zusammenhang mit den verheerenden Waldbränden in Russland hat Präsident Dmitri Medwedew mehrere ranghohe Angehörige der Streitkräfte entlassen.

Neben dem Chef der Marineflieger wurden am Mittwoch mindestens sieben weitere Offiziere gefeuert. Die Behörden hatten am Tag zuvor bestätigt, dass der Großteil eines Militärstützpunkts nahe Moskau niedergebrannt ist und etliche Ausrüstungsgegenstände zerstört wurden - Medienberichten zufolge bis zu 200 Flugzeuge und Hubschrauber. Sollte sich so etwas wiederholen, werde er auf genau die gleiche Weise reagieren, erklärte Medwedew bei einem Treffen des nationalen Sicherheitsrats und sprach von krimineller Fahrlässigkeit. Die Wald- und Torfbrände bedrohten auch eine der wichtigsten Atomanlagen Russlands. Rund 2.000 Soldaten und Rettungskräfte kämpfen gegen die Flammen rund um die geheime Atomanlage Sarow.

Bilder von den Torf- und Waldbränden in Russland

Verheerende Waldbrände in Russland

Die Situation sei angespannt, aber nicht kritisch, sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Dmitri Bulgakow am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur ITAR-Tass. Es gebe keinen Grund zur Sorge. Sarow ist das wichtigste russische Zentrum für Nuklearforschung. Anwälte des 2006 mit Polonium vergifteten Agenten Alexander Litvinenko haben erklärt, das radioaktive Material sei in Sarow hergestellt worden. Die Zahl der Toten infolge der Brandkatastrophe stieg auf 48. In der Hauptstadt Moskau herrschte der bislang schlimmste Smog, der beißende Rauch drang bis in die U-Bahn vor. Meteorologen erklärten, die Schadstoffbelastung habe über Nacht einen kritischen Wert erreicht und auch gesunde Menschen sollten sich vor dem beißenden Rauch schützen. Einwohner klagten über Reizungen der Augen und der Atemwege. Die 62-jährige Jadwiga Paschkowa sagte, sie sei am frühen Morgen aufgewacht und habe das Gefühl gehabt, zu ersticken.

Landesweit mehr als 900 Brände

Das Katastrophenministerium erklärte, im Lauf des vergangenen Tages seien mehr als 400 neue Flammenherde entdeckt worden. Damit lodern landesweit mehr als 900 Brände. Weitere 293 konnte die Feuerwehr den Angaben zufolge löschen. Katastrophenminister Sergej Schoigu räumte nach tagelangen gegenteiligen Beteuerungen der Behörden am Dienstag ein, einige Feuer seien außer Kontrolle.

Durch die Feuer wurden bereits zahlreiche Wälder und Dörfer im Westen Russlands zerstört. Ein Großaufgebot an Soldaten und Freiwilligen hilft rund 10.000 Feuerwehrleuten dabei, die Flammen in mehr als ein Dutzend westrussischen Provinzen unter Kontrolle zu bringen. Die Staatsanwaltschaft ermittelte nach eigenen Angaben in mehreren Regionen wegen Fahrlässigkeit. Russland leidet seit Wochen unter einer Hitzewelle und Dürre. Der Juli war der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 130 Jahren, und auch in den kommenden Tagen sollen die Temperaturen bis zu 38 Grad Celsius erreichen.

dapd

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