Menschenrechtsaktivistin: Vier Jahre Haft

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Ein Demonstrant des Nationalen Widerstandsrates Iran protestierte am Internationalen Tages der Menschenrechte in Berlin gegen Folter und Steinigung im Iran.

Teheran - Die iranische Menschenrechtlerin und Journalistin Schiwa Nasar Ahari ist am Samstag von einem Berufungsgericht wegen staatsfeindlicher Aktivitäten zu vier Jahren Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt worden.

Das berichteten Oppositionsgruppen im Internet. Im September war die Aktivistin zunächst eine Haftstrafe von sechs Jahren erhalten. Davon wurden nun zwei Jahre gestrichen. Die 26-Jährige ist zur Zeit gegen eine hohe Kaution auf freiem Fuß. Ihr wird Verschwörung und Propaganda gegen das iranische Regime angelastet. Zudem wirft ihr die iranische Justiz Verbindungen zu den oppositionellen Volksmudschaheddin vor. Nasar Ahari bestreitet alle Vorwürfe.

Die Journalistin und Bloggerin hatte sich besonders Frauenrechte, Pressefreiheit und die Freilassung politischer Gefangene eingesetzt. Nach der von Wahlbetrugsvorwürfen überschatteten Präsidentschaftswahl im Juni 2009 und den darauffolgenden Demonstrationen wurde sie wegen aktiver Beteiligung an den Straßenprotesten verhaftet. Nasar Ahari kam nach drei Monaten gegen Kaution frei, nahm aber nicht nur erneut an Protestveranstaltungen teil, sondern schrieb auch einen Artikel über eine politische Gefangene, die angeblich im Gefängnis vergewaltigt worden war.

Sie wurde im Dezember 2009 erneut verhaftet. Diesmal wurde ihr nicht nur Propaganda gegen die Regierung vorgeworfen, sondern auch Verbindungen zu den oppositionellen Volksmudschaheddin vor, die vom Iran als Terroristengruppe eingestuft wird. Das Berufungsgericht hat jetzt einige der Anklagepunkte zurückgezogen und dementsprechend zwei der sechs Jahre gestrichen. Sie erhielt jedoch, laut ihrem Anwalt, “Exilhaft“ und muss die Haftstrafe in der Stadt Karadsch, westlich der Hauptstadt Teheran, absitzen. Im ersten Gericht sollte sie sogar mehr als die Hälfte der sechsjährigen Haftstrafe in der südlichen Stadt Iseh absitzen.

Nasar Ahari sollte im April diesen Jahres wegen ihres Engagements für Menschenrechte mit dem Theodor-Haecker-Preis der Stadt Esslingen ausgezeichnet werden.

dpa

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