Internationale Fahndung

Menschen in Angst: Mörder weiter auf der Flucht

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Diesem Mann wird der Mord an seiner Sozialtherapeutin vorgeworfen. Im Moment befindet er sich auf der Flucht.

Genf - Die Flucht eines Vergewaltigers und mutmaßlichen Mörders verunsichert Menschen in der Schweiz, Deutschland und Frankreich. Viele sind auch empört, dass der gefährliche Täter Freigang erhielt.

Nach der Flucht eines Vergewaltigers und mutmaßlichen Mörders bei einem Freigang nahe Genf hat die Schweizer Staatsanwaltschaft eine internationale Fahndung ausgelöst. Am Wochenende wurde der 39-Jährige, der am Donnerstag seine 34 Jahre alte Gefängnistherapeutin auf einem Reiterhof erstochen haben soll, auch am Dreiländereck der Schweiz, Deutschlands und Frankreichs gesucht.

Es habe in dieser Region viele Hinweise aus der Bevölkerung gegeben, jedoch sei trotz umfangreicher Ermittlungen keine echte Spur mehr zu dem Flüchtigen entdeckt worden, hieß es bei der Polizeidirektion der deutschen Grenzstadt Lörrach. Zuletzt war der Mann wahrscheinlich am Bahnhof in Weil am Rhein gesehen worden. In der südbadischen Region wurde auch das Handy des Mannes entdeckt, das die Polizei zuvor geortet hatte.

Die Warnungen für die Bevölkerung werden aufrechterhalten. Der wegen Vergewaltigungen zu 20 Jahren Haft verurteilte französisch-schweizerische Doppelstaatsbürger sei sehr gefährlich, hieß es. Nach Einschätzung von Psychiatern könne er jederzeit wieder brutale Gewalt anwenden.

Am Samstag ließ die Genfer Staatsanwaltschaft den Mann bei der Interpol auf „Rote Notiz“ setzen - die höchste Fahndungsstufe der Internationalen Kriminalpolizei-Organisation. Wer dem Täter begegne, solle sich von ihm fernhalten und sobald es gefahrlos möglich ist, die Polizei alarmieren, hieß es bei der Schweizer Polizei.

Die internationale Fahndung wird von den Genfer Justizbehörden koordiniert. Man schließe nicht aus, dass sich der Gesuchte inzwischen nach Frankreich abgesetzt hat, hieß es. Die Polizei in Südbaden hatte am Freitag und Samstag mit zahlreichen Streifenwagen sowie Spezialkräften und einem Hubschrauber nach dem Flüchtigen gesucht.

In der Schweiz löste der Fall Empörung aus. Kritik wurde vor allem daran geübt, dass ein als brutal eingestufter Vergewaltiger Freigang erhielt und obendrein lediglich in Begleitung einer Sozialtherapeutin an einer Reittherapie teilnehmen durfte. Die Mutter eines acht Monate alten Mädchens wurde am Freitag tot aufgefunden.

Die Psychologin hatte laut Behördenangaben bereits mehr als 200 Freigänge von Häftlingen begleitet. Am Wochenende wurde allerdings bekannt, dass sie ihren Job kürzlich aus Sorge um ihr Kind gekündigt hatte, wie die Schweizer Nachrichtenagentur sda berichtete.

„Unser Justizsystem kümmert sich zu sehr um die Täter. Sie erhalten viel Aufmerksamkeit und Pflege“, sagte die Sicherheitsdirektorin des an Genf angrenzenden Kantons Waadt, Jacqueline de Quattro, der Zeitung „NZZ am Sonntag“. Es könne nicht angehen, dass ein verurteilter Gewaltstraftäter Jahre vor seiner Entlassung Ausflüge aus dem Gefängnis macht.

dpa

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