Experten suchen nach Ursache

Mekka: Unglückskran stammt aus Deutschland

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Am Freitag stürzte ein Kran in Mekka um. Rund 100 Menschen starben.

Ehingen/Mekka - Vor wenigen Tagen stürzt ein riesiger Kran in die große Moschee von Mekka. Mehr als 100 Menschen sterben. Die Baumaschine stammt aus Baden-Württemberg.

Der auf die Große Moschee in Mekka gestürzte Baukran stammt aus Deutschland. Nun wollen Experten des Baumaschinen-Herstellers Liebherr dem Unglück mit mehr als 100 Toten auf den Grund gehen. Ein Mitarbeiter des Standorts Ehingen in Baden-Württemberg sei am Wochenende nach Saudi-Arabien gereist, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag. Fachleute der lokalen Liebherr-Niederlassung seien ebenfalls bereits vor Ort. Die Aufklärung des Unglücks könne mehrere Wochen dauern. Die Fachleute arbeiteten dabei mit lokalen Behörden zusammen, hieß es.

Der Liebherr-Kran des Typs LR-11350 war am Freitag bei einem schweren Unwetter auf einen Teil der Großen Moschee in Mekka gestürzt. Mehr als 100 Menschen kamen dabei ums Leben. Der Unglückskran war in Ehingen hergestellt worden. Er habe in Mekka im Rahmen der Erweiterung der Moschee Baumaschinen und Stahlträger gehoben, sagte der Sprecher. Bei dem Kran handele es sich um das zweitgrößte Modell der Liebherr-Palette. Der Raupenkran könne bis zu 1350 Tonnen heben.

Liebherr lieferte seit 2006 nach eigenen Angaben 30 dieser Kräne weltweit aus. Der Konzern bestätigte drei Unfälle mit dem Modell in der Vergangenheit. „In allen Fällen können wir sagen: Es war kein technisches Versagen des Krans“, sagte der Unternehmenssprecher. Hingegen seien die Kräne falsch bedient worden. Beim Bau des WM-Stadions im brasilianischen São Paulo sei beispielsweise 2013 einer dieser Kräne umgestürzt. Zwei Arbeiter kamen dabei ums Leben.

In der heiligsten Stätte des Islams werden trotz des schweren Unglücks in der kommenden Woche Millionen Muslime zur jährlichen Wallfahrt erwartet. Das oberste Gericht des Königreichs legte laut staatlicher Nachrichtenagentur SPA das Datum für den Höhepunkt des Hadsch fest: Das Gebet auf dem Berg Arafat ist für den 23. September anberaumt. Die Pilgerfahrt beginnt damit einen Tag später als zunächst angenommen. Auch das Opferfest Eid Al-Adha wird einen Tag später als erwartet gefeiert, nämlich am 24. September.

Muslime richten sich nach dem islamischen Mondkalender. Die Sichtung der Mondsichel markiert den Monatsbeginn. Da am Sonntagabend die Mondsichel in Saudi-Arabien nicht gesehen wurde, legten die zuständigen Behörden den Monatsanfang auf diesen Dienstag fest. Das Arafat-Gebet ist immer am 9. Tag des sogenannten Monats der Pilgerfahrt. Der Hadsch ist eine der fünf Säulen des Islams, Mekka der Geburtsort des Propheten Mohammed.

Bei dem Kran-Unglück waren laut der Zeitung „Saudi-Gazette“ unter Berufung auf die aktuelle Statistik 111 Menschen getötet und 331 verletzt worden. Die Verstorbenen sollten im Laufe des Tages in der Nähe des Ortes Mina bei Mekka bestattet oder in ihre Heimatländer zurückgebracht werden. Die meisten Opfer stammten den Angaben nach aus Indien, Pakistan, Bangladesch, Türkei, Malaysia, Indonesien, Afghanistan, dem Iran, Algerien, Somalia, dem Jemen und Saudi-Arabien.

dpa

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