Seit 2001 war er auf der Flucht

Meistgesuchter Drogenboss Mexikos in Haft

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"El Chapo" ist hinter Gittern.

Mexiko-Stadt - Der meistgesuchte Drogenboss Mexikos ist festgenommen worden. Sein Sinaloa-Kartell schmuggelt tonnenweise Kokain in die USA und ist für Tausende Tote verantwortlich.

Der mächtige Chef des Sinaloa-Kartells ist gefasst: Nach Jahren auf der Flucht ist Joaquín „El Chapo“ Guzmán in Mexiko festgenommen worden. Der Zugriff sei in der Nacht auf Samstag in Mazatlán im Bundesstaat Sinaloa erfolgt, teilte der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto auf Twitter mit.

„Meine Anerkennung gilt den mexikanischen Sicherheitskräften“, schrieb der Staatschef. „Die Zusammenarbeit des Innenministeriums, der Verteidigungsministeriums, der Marine, der Generalstaatsanwaltschaft, der Bundespolizei und des Geheimdienstes war entscheidend. Meine Glückwünsche an alle.“

Bei dem Zugriff in der Hafenstadt an der Pazifikküste habe die mexikanische Marine mit Beamten der US-Antidrogen-Behörde DEA zusammengearbeitet, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Notimex unter Berufung auf US-Ermittler. „Das ist großartig. Viele haben gesagt, dass er nie gefasst werden könnte, aber es hat geklappt“, zitierte Notimex den Ermittler, der anonym bleiben wollte.

Guzmán war der meistgesuchte Drogenhändler der Welt. Er war 1993 in Guatemala festgenommen worden, doch 2001 gelang ihm die Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis in Mexiko. Die USA boten fünf Millionen Dollar (3,8 Millionen Euro) für seine Festnahme, Mexiko 30 Millionen Pesos (1,8 Millionen Euro).

Das Sinaloa-Kartell ist eines der mächtigsten Verbrechersyndikate Mexikos. Es ist vor allem im Westen des Landes aktiv und unterhält enge Beziehungen zu Drogenhändlern in Kolumbien. Die Zeitschrift „Forbes“ nahm Guzmán 2009 mit einem geschätzten Vermögen von einer Milliarde US-Dollar in ihre Liste der reichsten Menschen der Welt auf.

Das Sinaloa-Kartell und die konkurrierenden Los Zetas werden für einen Großteil der Gewalttaten in Mexikos erbittertem Drogenkrieg verantwortlich gemacht. Den schweren Auseinandersetzungen waren in den vergangenen sieben Jahren mehr als 70 000 Menschen zum Opfer gefallen.

Nach Guzmáns Festnahme könnten nun interne Machtkämpfe um seine Nachfolge beginnen, heißt es in einer Analyse des auf Sicherheitsthemen spezialisierten Nachrichtenportals Insight Crime. Er war zwar steht der bekannteste, jedoch nicht der einzige Anführer der „Federación“ (Bund), wie seine Organisation auch genannt wurde.

Das Sinaloa-Kartell ist traditionell dezentral strukturiert. Mehrere eigenständige Banden ringen innerhalb des Verbrechersyndikats ständig um Einfluss und Geschäftsfelder. Neben dem zweiten starken Mann des Kartells, Ismael Zambada Garcia alias „El Mayo“, könnte auch der ehemalige Polizist Juan Jose Esparragoza Moreno alias „El Azul“ Ansprüche anmelden.

afp

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