Mehr Hungerhilfe für instabile Staaten

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Hungerhilfe will in instabilen Staaten helfen.

Berlin - Die Deutsche Welthungerhilfe konzentriert ihre Unterstützung immer mehr auf Länder ohne funktionierende staatliche Strukturen. Dazu gehören Afghanistan, Sudan und Haiti.

Mit rund 75 Millionen Euro floss im vergangenen Jahr weit mehr als die Hälfte der Finanzhilfen in sogenannte fragile Staaten wie den Sudan, Afghanistan und Haiti. Das geht aus dem Jahresbericht 2009 hervor, den die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, am Montag in Berlin vorstellte. “Wir haben in Haiti erlebt, welche dramatischen Auswirkungen eine Naturkatastrophe haben kann, wenn sie einen Staat trifft, der schon vorher kaum funktionierte“, sagte Dieckmann mit Blick auf den Anfang dieses Jahres von einem verheerenden Erdbeben heimgesuchten Karibikstaat. Die im Jahr 2000 beschlossenen Millenniumsziele, die eine Halbierung der Armut bis 2015 vorsehen, könnten nur erreicht werden, wenn es auch in solchen Ländern Fortschritte gebe.

Dem Jahresbericht zufolge standen der Welthungerhilfe im vergangenen Jahr 31,9 Millionen Euro Spenden zur Verfügung. Hinzu kamen 101,1 Millionen Euro öffentliche Zuschüsse, vor allem vom UN- Welternährungsprogramm, von der EU-Kommission und dem Bundesentwicklungsministerium. Mit dem Geld wurden 299 Hilfsprojekte in 44 Ländern unterstützt. Zwei Drittel der Gelder kamen Projekten in Afrika zugute.

Allein 30 Millionen Euro flossen in den Sudan, wo wegen des Bürgerkriegs mehr als 500 000 Menschen mit dem Nötigsten versorgt werden müssen. Die Zahl der Menschen, die unter Hunger und Unterernährung leiden, hatte im vergangenen Jahr die Milliardengrenze überschritten. Der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Wolfgang Jamann, sieht trotzdem keinen Grund zur Resignation. Mitte der 60er Jahre habe ein Drittel der damaligen Weltbevölkerung von 3,3 Milliarden Menschen gehungert. Heute gebe es sieben Milliarden Menschen auf der Welt und nur jeder Siebte hungere. “Die Schlagzeile müsste also lauten: Milliarden satt!“, sagte Jamann. 

dpa 

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