Massenkarambolage im All rekonstruiert

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Die Wissenschaftler machen die Karambolage sichtbar

Heidelberg/Garching - Wissenschaftler haben eine gigantische Massenkarambolage im Weltall aufgeklärt. Die Europäische Südsternwarte in Garching erklärte am Mittwoch die Details.

Das internationale Astronomenteam um den Heidelberger Forscher Julian Merten rekonstruierte eine etwa 350 Millionen Jahre andauernde Serie von Kollisionen, aus der ein Galaxienhaufen mit vielen Billionen Sternen entstand. Der “Pandora Galaxienhaufen“, wie die Forscher ihn nennen, sei wahrscheinlich das Ergebnis eines Zusammenpralles von mindestens vier einzelnen Galaxien, berichtete die Europäische Südsternwarte (ESO) am Mittwoch in Garching bei München.

“Genau wie ein Unfallsachverständiger, der die Trümmerstücke wieder zusammensetzt, um die Unfallursache zu finden, können wir mit Beobachtungen solcher kosmischen Massenkarambolagen den Ereignissen auf die Spur zu kommen, die sich über Hunderte von Millionen Jahren hinweg während des Zusammenstoßes abgespielt haben“, erklärte Merten, der an der Universität Heidelberg arbeitet. Die Forscher nutzten für ihre Studie starke Teleskope wie das Very Large Telescope (VLT) der ESO in Chile und das Weltraumobservatorium Hubble.

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Die Astronomen entdeckten dabei eine Reihe von Besonderheiten. Die einzelnen Galaxien machen den Angaben zufolge lediglich 5 Prozent der Gesamtmasse des entstandenen Galaxienhaufens Abell 2744 aus. Der Rest bestehe zu etwa 20 Prozent aus heißem Gas und zu etwa 75 Prozent aus sogenannter Dunkler Materie, die nicht sichtbar ist. Die ungleichmäßige Verteilung der verschiedenen Arten von Materie in dem Haufen sei sehr ungewöhnlich.

Die Zusammenstöße hätten offenbar einen Teil des heißen Gases und der Dunklen Materie voneinander getrennt, so die Forscher. In dem Galaxienhaufen könnten damit verschiedene Phänomene beobachtet werden, die bisher in anderen Systemen nur getrennt erforscht werden konnten. Die Astronomen erhoffen sich dadurch auch Hinweise auf die Eigenschaften der Dunklen Materie. Der Fachartikel erscheint in den “Monthly Notices“ der Royal Astronomical Society.

dpa

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