Neun Jahre nach Rover „Curiosity“

NASA-Mission: Hubschrauber funkt erstmals vom Mars - er muss nun bei bis zu minus 90 Grad funktionieren

Mission geglückt: Der Mars-Rover „Perseverance“ ist mitsamt dem ultraleichten Helikopter „Ingenuity“ auf den Roten Planeten gelandet - und sendet erste Bilder.

Update vom 20. Februar, 18.43 Uhr: Der Mini-Hubschrauber „Ingenuity“ (auf Deutsch: Einfallsreichtum) ist an der Unterseite von „Perseverance“ (Durchhaltevermögen) befestigt. Am Freitag hat er seinen ersten Statusreport an das Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena gefunkt. „Alles scheint bestens zu funktionieren“, sagte Projektleiter Tim Canham laut NASA.

In 30 bis 60 Tagen soll der Hubschrauber den Mars aus der Vogelperspektive erkunden. Es wäre der erste Flug eines Luftfahrzeugs über einen anderen Planeten. „Ingenuity“ wird dabei extremen Bedingungen trotzen müssen: Auf dem Mars ist es nachts bis zu minus 90 Grad Celsius kalt. Deshalb: Nun sei es wichtig, schnell die sechs Lithium-Ionen-Akkus des rund zwei Kilogramm schweren Fluggerätes aufzuladen, um die Elektronik warmzuhalten, so Canham.

Eines der sechs Räder des Mars-Rovers „Perseverance“ auf dem Mars

„Mars 2020“- NASA-Mission: „Perseverance“ sendet erste Fotos vom Mars - Vorlage für Promi-Memes

Update vom 19. Februar, 17.05 Uhr: Kurz nachdem die Nasa die ersten Bilder vom Mars erreichten (siehe Update vom 18. Februar, 22.01 Uhr) erreichten, waren schon die ersten Memes da. Ein paar Beispiele: Twitter-Nutzer „schossen“ Politiker und Prominente auf den roten Planeten - etwa Bernie Sanders, der nach der Inauguration von Joe Biden* sein ganz eigenes Meme hatte.

Vorlage dafür war das erste gepostete Bild der Nasa selbst, ein Schwarzweißfoto der Planetenoberfläche. Das Bild zeigt einen Ausschnitt des „Jezero Craters“ sowie den Schatten des Roboters in dem bislang noch nie vor Ort untersuchten ausgetrockneten See.

Sein Fett weg bekam übrigens auch der republikanische US-Senator Ted Cruz, der inmitten der Winterwetter-Krise in seinem Heimatstaat Texas in den Urlaub an der mexikanischen Karibikküste geflogen war. Eine Fotomontage zeigt Cruz, der seinen Rollkoffer über den Boden des „Jezero Craters“ auf dem Mars zieht.

Mars-Rover „Perseverance“ folgt „Curiosity“ nach - und ist damit bereits der fünfte der Nasa

Update vom 18. Februar, 22.21 Uhr: „Perseverance“ ist übrigens bereits der fünfte Rover, den die Nasa zum Mars bringt - zuletzt 2012 „Curiosity“. Insgesamt waren bislang allerdings nur weniger als die Hälfte aller weltweit gestarteten Mars-Missionen erfolgreich. In der vergangenen Woche waren kurz hintereinander Raumsonden erst aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und dann aus China erfolgreich in die Umlaufbahn des Planeten eingeschwenkt. „Al-Amal“, die Sonde der Vereinigten Arabischen Emirate, soll nicht landen, das Aufsetzen des chinesischen Raumschiffs „Tianwen 1“ ist in zwei bis drei Monaten geplant.

Update vom 18. Februar, 22.01 Uhr: Die Nasa erreichen erste Bilder des Mars. Sie stammen von einer Kamera, die eigentlich nur für die technische Kontrolle zuständig ist, weswegen die Bildqualität noch überschaubar ist. Insgesamt ist der Mars-Rover aber mit 19 Kameras ausgestattet, sodass schon bald weitere Aufnahmen folgen werden.

Das erste Bild, dass der Nasa-Rover „Perseverance“ vom Mars in Richtung Erde gesendet hat.

Mars 2020“- NASA-Mission: „Perseverance“ ist gelandet

Update vom 18. Februar, 21.56 Uhr: Der Mars-Rover „Perseverance“ ist sicher gelandet. Innerhalb der Nasa-Crew bricht lautstarker Jubel aus. Der im Juli 2020 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus gestartete Roboter setzte in einem bislang noch nie vor Ort untersuchten ausgetrockneten See namens „Jezero Crater“ auf.

Update vom 18. Februar, 21.55 Uhr: 20 Meter über der Oberfläche beginnt das Abseil-Manöver. Der Rover wird nun in Richtung Mars gebracht.

Update vom 18. Februar, 21.53 Uhr: Der Rover wird im Landeanflug von einem Fallschirm gebremst. Dadurch reduziert sich seine Geschwindigkeit, sodass die Landung in wenigen Augenblicken über die Bühne gehen sollte.

Update vom 18. Februar, 21.52 Uhr: „Perseverance“ befindet sich momentan im Landeanflug, die Geschwindkeit wird weiter abgesenkt und der Rover liegt 12 Kilometer oberhalb der Mars-Oberfläche. Die thermische Belastung scheint der Rover gut in den Griff zu bekommen.

Update vom 18. Februar, 21.49 Uhr: Der Nasa-Rover „Perseverance“ ist soeben in die Mars-Atmosphäre eingetreten. Derzeit laufe alles nach Plan, die riskanteste Phase steht den Wissenschaftlern allerdings noch bevor, da mit Eintritt der Mars-Atmosphäre die Temperaturen auf 1200 bis 1300 Grad Celsius ansteigen. Der Mars-Rover befindet sich dann in den sogenannten „sieben Minuten des Terrors“ - sie entscheiden über den Erfolg der Mission.

Die Illustration zeigt den Nasa-Rover «Perseverance» bei der Landung auf dem Mars.

Nasa-Rover „Perseverance“ auf dem Weg zum Mars: Sogar Mini-Helikopter an Bord - Landung jetzt live

Erstmeldung: Washington - Die Landung von „Perseverance“ ist für Donnerstag (17. Februar) gegen 21.55 Uhr MEZ geplant. Der Landeplatz ist laut Nasa-Wissenschaftler Ken Farley „spektakulär“. Der Jezero-Krater mit einem Durchmesser von 45 Kilometern befindet sich auf der Nordhalbkugel des Mars. Er wurde wiederholt als Landeplatz für frühere Mars-Missionen in Betracht gezogen, aber als zu schwierig verworfen.

Mars-Rover „Perseverance“ vor Landung: Ehrgeizige Mission auf dem roten Planeten

Gelingt das schwierige Landemanöver, ist es der Start für eine ehrgeizige Mission - einer mehrjährigen Suche nach Spuren früheren Lebens auf dem Mars sein.

Die Sieben Minuten der Landung sind entscheidend. Das Raumfahrzeug muss scharf abbremsen, um den Rover dann unter anderem mit einem Fallschirm sicher auf dem Mars absetzen zu können. Die sieben Minuten werden von der Nasa gerne als „sieben Minuten des Terrors“ bezeichnet.

Wegen der Signallaufzeit von etwa elf Minuten vom Mars zur Erde wird die Bestätigung der Landung frühestens um 21.55 Uhr (MEZ) im Kontrollzentrum der NASA im Jet Propulsion Laboratory (Pasadena, Kalifornien) eintreffen, teilt das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) mit. Nach der Landung soll „Perseverance“ schnell erste Fotos von der Krater-Oberfläche schicken und später Videoaufnahmen.

Mars-Rover „Perseverance“: Größtes Fahrzeug das je zum Mars gebracht wurde

Im Kontrollraum der Mission „Mars 2020“ werden wegen der Corona-Pandemie dieses Mal weniger Menschen sitzen als sonst üblich. „Aber wenn wir die Bestätigung der Landung haben, glaube ich nicht, dass Covid uns davon abhalten kann, auf und ab zu hüpfen und die Faust zu recken“, sagt der stellvertretende Projektleiter von „Mars 2020“, Matt Wallace.

Der Mars-Rover „Perseverance“ (auf Deutsch: „Ausdauer“) ist das größte Fahrzeug, das jemals zum Mars gebracht wurde. Es wiegt eine Tonne, verfügt über einen rund zwei Meter langen Roboterarm sowie 19 Kameras und zwei Mikrofone. Der rund 2,5 Milliarden Dollar (etwa 2,2 Milliarden Euro) teure Rover war rund acht Jahre lang entworfen und gebaut worden. Erstmals ist ein kleiner Hubschrauber an Bord und erstmals in der Geschichte der Raumfahrt sollen in einer gemeinsam mit der europäischen Raumfahrtagentur Esa entwickelten Mission Proben vom Mars zurück zur Erde gebracht werden. Der Rover erreicht eine Geschwindigkeit von 152 Metern pro Stunde und ist damit schneller als jeder seiner Vorgänger auf dem Mars.

Wenn „Perseverance“ intakt landet, wäre es erst der fünfte Mars-Rover, der die lange Anreise von der Erde erfolgreich gemeistert hat. Alle wurden von den USA gebaut, der bislang letzte - „Curiosity“ - ist immer noch im Einsatz.

  • 1997 landete der „Sojourner“, der nur rund drei Monate lang mit der Erde kommunizierte.
  • 2004 folgten die Zwillingsrover „Spirit“ und „Opportunity“. Die Kommunikation zu „Spirit“ ging 2007 in einem riesigen Staubsturm verloren, „Opportunity“ erlag 2018 dem gleichen Schicksal.
  • 2012 landete „Curiosity“. Der Roboter avancierte zum Publikumsliebling. Sein Team versorgt über die sozialen Netzwerke Wissenschaftler und Fans mit Neuigkeiten und Fotos.
  • 2018 schaffte es zudem der stationäre Nasa-Lander „InSight“ zum Mars, außerdem kreisen mehrere Sonden um den Roten Planeten.

Mars-Rover „Perseverance“ hat ultraleichten Hubschrauber „Ingenuity“ an Bord

Im Rahmen der Mission „Mars 2020“ will die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Donnerstag ihren Mars-Rover „Perseverance“ mitsamt dem ultraleichten Hubschrauber „Ingenuity“ auf den Roten Planeten bringen. Dort soll „Ingenuity“ durch die Mars-Atmosphäre fliegen. Dies ist eine besondere Herausforderung, weil die Mars-Atmosphäre nur ein Prozent der Dichte der Erdatmosphäre hat.

„Ingenuity“ ähnelt eigentlich eher einer Drohne. Die Nasa-Ingenieure mussten den Mini-Helikopter so leicht wie möglich bauen, damit er in der extrem dünnen Mars-Atmosphäre abheben kann. Er wiegt gerade einmal 1,8 Kilogramm und besteht aus vier Füßen, einem Flugkörper und zwei Propellern. Die Propeller drehen sich 2400 Mal pro Minute und damit etwa fünfmal schneller als bei einem normalen Hubschrauber.

„Ingenuity“ ist mit vier Solarpaneelen ausgestattet, um seine Batterien wieder aufladen zu können. Ein großer Teil der Energie wird benötigt, um das Fluggerät nach Nachttemperaturen von minus 90 Grad wieder aufzuwärmen. Während seiner Flüge kann „Ingenuity“ Fotos und Videos vom Mars machen. Auf der Reise zum Roten Planeten wurde der Hubschrauber im Bauch des Mars-Rovers „Perseverance“ transportiert.

Mars-Helikopter „Ingenuity“ durch die Mars-Atmosphäre fliegen.

„Ingenuity“: 90-Sekunden-Flüge auf dem Mars

„Ingenuity“ soll bis zu fünf Flüge über der Mars-Oberfläche absolvieren. Das Fluggerät kann bis zu fünf Meter aufsteigen und bis zu 300 Meter weit fliegen. Beim ersten Test soll aber eine deutlich kürzere Strecke zurückgelegt werden.

Jeder Flug kann bis zu anderthalb Minuten dauern. Die Nasa betont, dies sei nicht wenig „verglichen mit den zwölf Sekunden“, die der erste motorisierte Flug auf der Erde gedauert habe.

Da die Übertragung von Daten vom Mars auf die Erde rund 20 Minuten dauert, wird „Ingenuity“ nicht ferngesteuert, sondern fliegt selbstständig. Die Nasa erteilt nur grundsätzliche Befehle, danach orientiert sich „Ingenuity“ mit einer Reihe von Sensoren. Die Ergebnisse der Flüge werden erst einige Zeit später vorliegen.

Die Nasa spricht bei „Ingenuity“ von einer Demonstrationsmission. Sie hat kein wissenschaftliches Ziel außer zu zeigen, dass Fliegen auf dem Mars möglich ist. Außerdem will die Nasa mit dem Projekt Daten eines Fluggeräts auf einem anderen Planeten sammeln.

„Mars 2020“Mission: Landung auf dem Mars im Livestream

Die Landung auf dem Roten Planeten begleitet in einem YouTube-Livestream die Stiftung Planetarium Berlin und die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien. Experten informierten ab 21.50 Uhr darin über den Mars sowie bisherige Projekte und erläuterten die aktuelle US-Mission. Einen Zeitplan der Landung findet sich auch auf der DLR-Webseite. (ml/dpa/afp)

Rubriklistenbild: © Nasa/Jpl-Caltech/PA Media/dpa

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