PR-Desaster nach MH370 und MH17

Malaysia Airlines fragt nach "letztem Wunsch"

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Flugzeuge der Gesellschaft Malaysia Airlines auf dem Airport von Kuala Lumpur.

Kuala Lumpur - Das darf ja wohl nicht wahr sein! Ausgerechnet Malaysia Airlines hat seine Kunden jetzt in einem Gewinnspiel nach deren "letztem Wunsch" gefragt. Und das nach den Tragödien von Flug MH370 und MH17.

In einem so genannten Bucket-List-Gewinnspiel wollte die Fluglinie von ihren Kunden wissen, was sie in ihrem Leben auf jeden Fall noch machen - oder genauer gesagt, welche Reiseziele sie noch ansteuern wollen. Die Aktion ging am Montag online. Für die besten Antworten im Wettbewerb „My Ultimate Bucket List“ gab es iPads oder Flugtickets zu gewinnen.

Was die Fluglinie wohl nicht bedacht hat: Der Begriff "Bucket List" steht im Englischen hauptsächlich für Dinge, die jemand vor seinem Tod noch erleben will. "To kick the bucket" bedeutet sinngemäß "ins Gras beißen".

Die Reaktionen im Netz waren alles andere als zimperlich. Kein Wunder, bedenkt man, dass in den vergangenen Monaten bei den Unglücken von Flug MH370 und MH17 hunderte Menschen ums Leben kamen. Twitter-Userin Lisa Barnard bezeichnet das Gewinnspiel in dem Kurznachrichtendienst als "Marketing-Desaster". 

Ähnlich drastisch äußert sich Amy Sauertieg auf Twitter. Sie schreibt: "Wenn es eine Sache gibt, die nicht auf meiner 'Bucket-List' steht, dann ist es, mit Malaysia Airlines zu fliegen".

Mittlerweile hat die Fluggesellschaft den Mega-Fauxpas bemerkt und die Aktion abgebrochen. In einer Pressemitteilung bittet das Unternehmen um Verzeihung. „Malaysia Airlines hat den Namen eines aktuellen Wettbewerbs, der in Australien und Neuseeland läuft, zurückgenommen, weil er zu diesem Zeitpunkt als unangemessen betrachtet wird“, teilte die Gesellschaft mit. Man habe niemanden kränken wollen. Die Aktion, die am 1. September gestartet ist und bis Ende Dezember laufen soll, heißt jetzt schlicht: „Gewinne ein iPad oder einen Malaysia-Airlines-Flug nach Malaysia“.

Zuletzt hatte Malaysia Airlines angekündigt, angesichts der steigenden Verluste rund 6000 Stellen zu streichen. Die Fluggesellschaft war nach den beiden Unglücken tief in die roten Zahlen gerutscht.

ole mit Material von dpa

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