Mädchen (13) tötet im Auftrag der Mafia

Mexiko-Stadt - Mexikos Drogenkartelle schicken immer mehr Kinder in den blutigen Bandenkrieg. Jetzt nahm die Polizei ein 13-jähriges Mädchen fest. Sie half den Mafiosi beim Morden - für rund 230 Euro im Monat.

Nach der Schießerei trauten die Polizisten ihren Augen nicht. Sie hatten sich auf der Ranch San Fernando bei Guadalajara ein heftiges Feuergefecht mit Mitgliedern des gefährlichen Drogenkartells der “Los Zetas“ geliefert. Es gab keine Toten. Die meisten Gangster flohen. Aber die Polizei nahm drei von ihnen fest: zwei Männer und ein 13-jähriges Mädchen.

“Wir stellen fest, dass dass die Kartelle immer mehr minderjährige Frauen rekrutieren“, sagte später Francisco Alejandro Solorio Aréchiga, der Sicherheitschef des Staates Jalisco, wo die Festnahme in den frühen Morgenstunden des Sonntags erfolgt war. Es werden immer mehr Jugendliche festgenommen. Auch aus den Bundesstaaten Veracruz und Zacatecas erhalten wird derartige Berichte.“

Erst vor wenigen Tagen war Cuernavaca unweit von Mexiko-Stadt ein inzwischen 15-Jähriger festgenommen worden. Er hatte mit elf angefangen, im Auftrag eines Kartells zu morden, zu entführen und zu erpressen. Und Mitte Juni wurde der Fall eines 16-jährigen Mädchens bekannt, das ebenfalls im Auftrag eines Kartells getötet haben soll.

Die Drogenkartelle setzen Jugendliche schon seit geraumer Zeit vor allem deshalb ein, weil diese mit geringeren Strafen rechnen müssen. Als Anfang 2010 der Drogenboss Arturo Beltran Leyva getötet wurde, bekam eine breite Öffentlichkeit erstmals mit, warum er bis dahin völlig unbehelligt in einem Wohngebiet von Cuernavaca leben konnte.

Neben dem Schutz korrupter Polizisten und der Deckung gekaufter Politiker hatte Beltran Leyva sich umgeben mit einem Netz von sogenannten “Halcones“ (Falken), die die Aktivitäten der Sicherheitskräfte in der Stadt weiträumig beobachteten. Für die Aufgaben der Späher werden nach Angaben der Polizei vorwiegend Jugendliche und zunehmend auch Mädchen eingesetzt.

Die jetzt Festgenommene sagte aus, sie sei “Halcon“ gewesen. Die “Los Zetas“ hätten ihr 4000 Pesos (gut 230 Euro) im Monat dafür bezahlt, dass sie ihre Gruppe darüber informierte, ob Staats- und Bundespolizisten sich dem Ort näherten. Die Eltern des aus dem weiter nördlich gelegenen Zacatecas stammenden Mädchens wussten nach Angaben der Polizei, dass ihre Tochter für das Kartell arbeitete. Alle ihre Versuche, das Kind zurückzuholen und von kriminellen Tätigkeit abzuhalten, seien aber vergeblich gewesen.

dpa

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