Lufthansa holt 15.000 Urlauber zurück

Frankfurt/Main - In den nächsten Stunden sollen weltweit 50 Langstreckenflieger nach Deutschland starten und 15.000 gestrandete Passagiere nach Hause bringen. Am Dienstagmorgen sollen sie landen.

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Trotz der vorläufig bis Dienstagmorgen verlängerten Luftraum-Sperrung gibt es wieder erste Starts von großen deutschen Flughäfen. Ab (dem heutigen) Montagabend um 18.00 Uhr sollen in Frankfurt am Main einige “ausgewählte Langstreckenflüge“ sowie einige Kurzstreckenflieger abheben, wie ein Lufthansa-Sprecher der Nachrichtenagentur DAPD sagte. Für München seien ebenfalls Kurzstreckenflüge geplant. Grund ist eine Ausnahmegenehmigung, mit der Flüge auf Sicht in niedriger Höhe erlaubt sind.

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Außerdem holt die Lufthansa bis Dienstag 15.000 Passagiere zurück nach Deutschland. Air Berlin nahm seinen Flugbetrieb in Deutschland bereits am Nachmittag eingeschränkt wieder auf. Wie die Fluggesellschaft mitteilte, landete um 15.23 Uhr ein erster Rückholflug aus Palma de Mallorca in München. Weitere Maschinen seien im Anflug, Tausende Passagiere würden transportiert. Für den Großteil der Flüge wird der Luftraum über Deutschland jedoch aller Voraussicht nach noch bis mindestens 02.00 Uhr am Dienstagmorgen gesperrt bleiben.

Ergebnisse des Forschungsflugs erwartet

Die Ergebnisse eines ersten Forschungsflugs des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), die gegen 20.00 Uhr erwartet wurden, könnten diese Entscheidung noch einmal ändern. Das mit einer Art Laser-Radar ausgerüstete Forschungsflugzeug startete am Montagnachmittag in Oberpfaffenhofen. Mit 50 Interkontinentalmaschinen will die Lufthansa nach eigenen Angaben 15.000 Passagiere aus Asien, Amerika und Afrika nach Deutschland zurückholen. Die Flugzeuge würden am Dienstag in Frankfurt, München und Düsseldorf landen. Innerhalb Deutschlands müssen sie im Sichtflug und unterhalb von 3.000 Metern Höhe fliegen. Das Luftfahrtbundesamt in Braunschweig bestätigte der Nachrichtenagentur DAPD auf Anfrage, dass den Fluggesellschaften Ausnahmen gestattet würden. Dies geschehe unter Einhaltung sämtlicher gesetzlicher Vorgaben.

Ramsauer wehrt sich gegen Kritik

Bundesregierung und Behörden wiesen Kritik der Luftfahrtbranche zurück, dass die Sperrung nur auf der Grundlage von Computersimulationen anstelle von Fakten erfolge. Flugsicherungs-Sprecher Axel Raab räumte im ZDF ein, er könne die Kritik vor dem Hintergrund der finanziellen Verluste verstehen. Erst jetzt habe aber das DLR eine Maschine mit Messgeräten ausrüsten können. Jülicher Atmosphärenforscher konnten die Aschewolke am Wochenende in einer Höhe von 7,5 bis 10 Kilometern über Deutschland nachweisen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer betonte im Deutschlandradio, dass die Behörden an internationale Vorgaben gebunden seien.

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Alle Länder handelten nach den verbindlichen Regeln, in die Entscheidung fließe “ein Meer von Daten“ ein. Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrssausschusses, Winfried Hermann (Grüne), stellte sich hinter die Bundesregierung. Er sei “entsetzt über die Art und Weise, wie die Fluggesellschaften im Moment agieren“, sagte er im ZDF. Auch der Verkehrsclub Deutschland betonte, Sicherheit müsse vor Profit gehen. Zu den wirtschaftlichen Schäden für die Luftfahrtbranche sagte Ramsauer, die Fluggesellschaften wüssten, dass sie vom Wetter abhängig seien. Er wehre sich “gegen jeden Ruf an den Staat“. Laut Verband der Europäischen Airlines summieren sich die Umsatzeinbußen der Fluglinien derzeit auf rund 150 Millionen Euro pro Tag.

Riesige Rückholaktion

Die Reiseveranstalter holen unterdessen weitere Reisende nach Deutschland zurück. Der Urlaubsflieger Condor begann mit dem Rücktransport von 2.500 Passagieren. Die Maschinen sollen in Salzburg landen. TUI teilte mit: “Rund 100.000 Gäste konnten bisher noch nicht aus dem Urlaub zurückkehren.“ Allein von den Kanarischen Inseln sollten am Montag rund 1.300 Gäste des Reisekonzerns ausgeflogen werden und in Rom landen. Nach 20 Stunden Fahrt kamen am Montagmorgen zudem die ersten sieben von einem Dutzend Bussen mit Gästen aus Mallorca in Frankfurt am Main an. Die fast 1.600 auf deutschen Flughäfen festsitzenden Transitreisenden dürfen auf schnelle und unbürokratische Hilfe hoffen. Laut Bundesinnenministerium können sie auf Wunsch Ausnahmevisa erhalten.

DAPD

Rubriklistenbild: © dpa

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