Shitstorm wegen Werbekampagne

Londoner streiten über den perfekten "beach body"

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Die Werbekampagne eines Protein-Shake-Herstellers sorgt in England für einen Shitstorm.

London - Eine Werbekampagne für Proteinpulver verärgert zur Zeit viele Londoner: Die vermittelt die Botschaft, dass sich nur schlanke Menschen an den Strand legen sollten.

„Are you Beach Body ready?“ („Hast du schon deinen Strandkörper?“) steht auf neongelben Plakaten, die in U-Bahnen und Bahnstationen hängen. Neben den Flaschen des Herstellers eines sättigenden Protein-Shakes steht eine schlanke Frau in knappem Bikini mit lasziv geöffnetem Mund. Die Botschaft ist klar: Nur schlank ist schön, wer diesem Ideal nicht entspricht, hat in Badeklamotten am Strand nichts zu suchen.

Kritiker finden, die Werbung sei sexistisch und stufe Frauen zum Objekt herab. Viele Menschen würden sich angesichts der Plakate physisch minderwertig fühlen, meint Charlotte Baring. Sie wehrt sich gegen den Schönheitswahn und hat eine Onlinepetition gestartet, die erreichen soll, dass die Plakate entfernt werden. „Jeder hat eine individuelle Körperform. Was ist denn überhaupt ein Beach Body?“, fragt die Petition. Über 58.000 (Stand Mittwochmittag) haben schon unterzeichnet.

Auf den sozialen Netzwerken schlägt die Diskussion unter dem Hashtag #EveryBodysReady (frei übersetzt: „Jeder Körper ist ein Strandkörper“) hohe Wellen.

Gerne geteilt wird auf Twitter etwa das Bild einer kurvigen Frau im Bikini, auf dem die etwas andere Anleitung für den perfekten Beach Body zu lesen ist. Sie besteht aus zwei einfachen Schritten: 1. Zieh einen Bikini an. 2. Kümmer dich nicht darum, was andere denken. 

Gerne schreiben die Gegner der Kampagne auch gleich ihre Meinung auf die Werbeplakate und fotografieren das Ergebnis: "Hört auf, Frauen zum Hungern zu ermutigen!" ist dann zum Beispiel zu lesen.

Oder: "Mein Beach Body geht Euch gar nichts an!" Auch Männer zeigen sich solidarisch und posten Bilder von sich im Bikini. Am kommenden Samstag sollen alle Gegner der Werbung ihren Strandkörper im Londoner Hyde Park zeigen - in Kleidung, in der sie sich wohlfühlen.

Die Protestbewegung scheint den Hersteller des Proteinpulvers jedoch nicht zu beeindrucken. Er will nach eigener Aussage motivieren, nicht verurteilen. Auf Twitter ließ er verlauten: „5000 neue Kunden in vier Tagen, steigender Umsatz.“

dpa/hn

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