67 Leichen in russischem Kraftwerk geborgen

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Ein Bild von den Rettungsarbeiten im russischen Kraftwerk.

Moskau - Das Unglück im Kraftwerk am Sajano-Schuschensker Stausee in Sibirien gilt als die schwerste Katastrophe in der russischen Energieversorgung seit Jahren.

Acht weitere Verunglückte würden noch unter den Trümmern vermutet, teilte der russische Zivilschutz am Samstag nach Angaben der Agentur Itar-Tass mit. “Leider finden wir nur Körperteile, wir wollen, dass alle identifiziert werden“, erklärte der Zivilschutzminister Sergej Schoigu. Am Samstag wurden sieben Opfer beigesetzt.

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Kaum Hoffnung für Vermisste in russischem Kraftwerk

Das 1978 in Betrieb genommene Wasserkraftwerk am Fluss Jenissei wurde einst als Wunder sowjetischer Ingenieurskunst bezeichnet, das zuletzt aber nach Medienberichten stark reparaturbedürftig war. Die genaue Unglücksursache ist bislang unklar. Nach offiziellen Angaben kam es zu einer Explosion im Maschinenraum des Kraftwerks. Danach sei Wasser sturzflutartig in die Halle eingedrungen. Die Mitarbeiter wurden unter den Trümmern begraben oder ertranken. Auch am Samstag wurden das Wasser und ausgelaufenes Öl weiter abgepumpt.

Einen Terroranschlag schlossen die russischen Ermittler zuletzt wiederholt aus. Trotzdem hatten islamistische Untergrundkämpfer aus der russischen Konfliktrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus behauptet, einen Anschlag auf das Kraftwerk verübt zu haben.

Der russische Regierungschef Wladimir Putin wies am Samstag das staatliche Kraftwerk an, je Todesopfer eine Million Rubel - das sind 21 500 Euro - Hilfe an die Familien auszuzahlen. Die Angehörigen fordern allerdings das Fünffache. Außerdem soll laut Putins Erlass jeder Verletzte 100 000 Rubel Schmerzensgeld erhalten.

Die umgerechnet 887 Millionen Euro teure Wiederherstellung der Anlage soll mehrere Jahre dauern. Zivilschutzminister Schoigu teilte mit, dass die Planungsarbeiten bereits begonnen hätten. Für einen schnellen Fortgang der Arbeiten solle die Zahl der Techniker und Baubrigaden drastisch erhöht werden.

Bei den Rettungsarbeiten waren zuletzt 2000 Kräfte im Einsatz. Der Ausfall der Energieversorgung hatte nicht nur Haushalte betroffen, sondern auch große Industriebetriebe.

dpa

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