Mutmaßlicher Täter gefasst

Lastwagenfahrer soll Joggerin ermordet haben

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Die Ortschaft Endingen: Den Ermittlern zufolge war ein Abgleich der DNA des 40-Jährigen mit den Tatort-Spuren positiv, außerdem wurde sein Handy zur fraglichen Zeit am Tatort in Endingen geortet. Foto: Patrick Seeger

Nach einer akribischen Spurensuche in Deutschland und Österreich sind die Ermittler überzeugt: Sie haben den Mann, der zwei junge Frauen umgebracht hat. Die juristische Aufarbeitung dürfte trotzdem etwas komplizierter werden.

Endingen (dpa) - Sieben Monate nach dem Mord an einer Joggerin in Endingen bei Freiburg hat die Polizei den mutmaßlichen Täter gefasst: einen Lastwagenfahrer aus der Region.

Der 40-Jährige soll nicht nur Anfang November die 27-Jährige vergewaltigt und getötet, sondern knapp drei Jahre zuvor in Österreich auch eine junge französische Studentin missbraucht und umgebracht haben.

DNA-Analysen und Lkw-Mautdaten hatten die Ermittler auf seine Spur gebracht. Der Rumäne, der im Raum Endingen lebt und arbeitet, sitzt in Untersuchungshaft und bestreitet die Taten. Die Polizei prüft Verbindungen zu weiteren Fällen. Aus rechtlichen Gründen ist es nicht möglich, beide Tatvorwürfe in einem Verfahren zu verhandeln. Daher stehen dem Verdächtigen in Deutschland und Österreich insgesamt zwei Prozesse bevor.

Ein Abgleich von Körperspuren, die an den Opfern gefunden worden waren, hatte den Zusammenhang zwischen beiden Taten ans Licht gebracht. Aufgrund der Tatumstände hatten sich die Ermittler zudem recht früh auf einen Fernfahrer als möglichen Täter konzentriert. Beide Tatorte liegen in Autobahnnähe, beide Taten geschahen an einem Sonntag, wenn Lastwagen nicht fahren dürfen, die Tatwaffen waren spezielle Eisenstangen, die in der Lkw-Branche zum Einsatz kommen.

Den Ermittlern zufolge war ein Abgleich der DNA des 40-Jährigen mit den Tatort-Spuren positiv, außerdem wurde sein Handy zur fraglichen Zeit am Tatort in Endingen geortet. Die Auswertung österreichischer Mautdaten hatte zu der Firma geführt, für die der Mann arbeitet.

"Ob der Kriminalpolizei ein Serienmörder ins Netz gegangen ist, müssen die intensiven, jetzt auch europaweit zu führenden Ermittlungen zeigen", betonte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU). "Wer zwei Mal so bestialisch mordet, dem ist freilich mehr zuzutrauen." Die DNA-Spuren würden weiter analysiert und mit internationalen Datenbanken abgeglichen, sagte der Leiter der Kriminaltechnik im Landeskriminalamt, Andreas Stenger.

Endingens Bürgermeister Hans-Joachim Schwarz sprach sich für eine erweiterte DNA-Analyse in Kriminalfällen aus, um beispielsweise festzustellen, welche Haar- oder Augenfarbe ein Verdächtiger haben könne oder aus welcher Weltregion er stamme. Möglicherweise hätte man den Kreis der Verdächtigen dadurch schneller eingrenzen können, sagte er. Das ist technisch möglich, in Deutschland aber nicht erlaubt.

Baden-Württemberg will das ändern, und auch nach dem Willen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) soll das sogenannte genetische Phantombild künftig möglich sein, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Wochenende berichtete.

Nach dem Mord an einer Studentin in Freiburg hatten Ermittler betont, dass sie mit einer erweiterten DNA-Analyse schneller vorangekommen wären. In diesem Fall sitzt ein junger Flüchtling in Untersuchungshaft. Beide Verbrechen haben nichts miteinander zu tun, hatten sich aber kurz nacheinander ereignet und deshalb große Verunsicherung in der Region erzeugt.

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