Nach Gewalt-Eskalation: Rothemden geben auf

Bangkok - Tote und Verletzte in Bangkok: Nach der Ablehnung einer letzten Verhandlungsinitiative hat die Regierung in Thailand das Camp der Protestbewegung stürmen lassen. Nun haben die Rothemden aufgegeben. 

Die Führung der thailändischen Protestbewegung hat die Einstellung ihres Widerstand gegen die Regierung erklärt. Die Besetzung des Zentrums von Bangkok sei beendet, teilte die Oppositionsführer mit. Sie reagierten damit auf die Erstürmung ihres Protestlagers durch Regierungssoldaten. Sie zeigten sich aber dennoch unnachgiebig. “Nur, weil wir uns ergeben, heißt das nicht, dass wir verloren haben“, sagte Patuporn Prompan am Mittwoch. Mehrere Demonstranten, darunter Frauen, hätten die Aufgabe mit wütendem Protest quittiert, berichteten Augenzeugen.

Zwischen den Wolkenkratzern der Innenstadt stiegen dicke schwarze Rauchwolken auf. Zwei Explosionen waren in der Innenstadt zu hören. Auf den Straßen waren zahlreiche Panzer unterwegs, die die Barrikaden aus Gummireifen einrissen. Tausende Soldaten preschten vor. Immer wieder waren Gewehrsalven zu hören.

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Zuvor hatten Militärs am Mittwoch die Bambus-Barrikaden in der von “Rothemden“ besetzten Zone durchbrochen. Mindestens zwei Demonstranten und ein Pressefotograf aus Italien wurden erschossen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AP berichtete. Zwei weitere Journalisten wurden verletzt. Die Demonstranten würden aus der Innenstadt vertrieben, kündigte Regierungssprecher Panitan Wattanayagorn im Fernsehen an. Der Einsatz werde den ganzen Tag andauern. “Das ist der Tag X“, sagte ein Soldat. Hunderte Soldaten und Polizisten wurden in Bangkok zusammengezogen.

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Die Truppen forderten die Menschen über Lautsprecher auf, nach Hause zu gehen. Aus einem Gebäude stieg schwarzer Rauch auf, Reifen brannten. Im Geschäftsviertel der Hauptstadt haben sich noch rund 3.000 sogenannte Rothemden verbarrikadiert. Die Regierung hatte am Dienstag eine Vermittlungsinitiative des Parlaments zur Überwindung des Machtkampfs mit der Protestbewegung abgelehnt. Vor der Aufnahme von Gesprächen müsse erst deren Widerstandscamp aufgelöst werden, erklärte Kabinettsminister Satit Wonghnongtaey.

Die “Rothemden“ hatten zuvor bedingungslosen Verhandlungen unter Vermittlung des Senats, also der zweiten Parlamentskammer, zugestimmt. Bei den Straßenkämpfen kamen seit Donnerstag vergangener Woche mindestens 39 Menschen ums Leben, fast 300 wurden verletzt.

Regierungsgegner zogen nach dem Militäreinsatz zu Medienunternehmen und bedrohten Reporter. Sie fanden deren Berichterstattung einseitig. Alle Mitarbeiter der “Bangkok Post“ wurden aufgerufen, das Gebäude zu verlassen, weil sich die Rothemden näherten, schrieb die Zeitung auf ihrer Webseite. Auch vor dem Gebäude der zweiten englischsprachigen Zeitung “The Nation“ und vor dem Sender Channel 3 News sammelten sich verärgerte Demonstranten.

Deutsche sollen nicht auf die Straßen gehen

Der deutsche Botschafter Hanns Schumacher saß in seiner Residenz fest, die nicht weit von einer der zentralen Kampfzonen liegt. Er konnte das Haus nicht verlassen. Die Botschaft rief alle rund 1000 Deutschen in Bangkok auf, nicht auf die Straße zu gehen.

Der Machtkampf begann Mitte März, als mehrere Zehntausend Menschen aus verarmten Dörfern in die Hauptstadt strömten und den Rücktritt der Regierung forderten. Diese kam der Protestbewegung entgegen und erklärte sich zu Neuwahlen bereit. Eine Einigung scheiterte aber an Detailfragen.

dapd/dpa

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