Bin Laden droht Europäern mit Vergeltung

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Osama bin Laden hat sich in einer Audiobotschaft zu Wort gemeldet.

Kairo - Osama bin Laden hat Europa mit Vergeltung gedroht. Wegen der Kooperation mit den USA in Afghanistan würden die Europäer Mitschuld am Tod von Zivilpersonen bei NATO-Angriffen tragen.

Sehen Sie hier die Botschaft von Osama bin Laden auf youtube

Kurz vor der Bundestagswahl hat Terroristenchef Osama bin Laden sich in einer neuen Internet- Botschaft an die Europäer gewandt. Wie das amerikanische Intel- Center, zuständig für die Einschätzung von terroristischen Internet- Botschaften am Freitag mitteilte, rief der El-Kaida-Chef die Europäer darin auf, ihre Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Die Europäer sollten “von den Fehlern anderer lernen“, heiße es in der als echt eingestuften Botschaft. Zuvor hatte der mutmaßliche El-Kaida- Terrorist Bekkay Harrach ein neues Video im Internet veröffentlicht, in dem offensichtlich deutschsprachige Muslime als Terroristen anwerben wollte.

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Im Bundesinnenministerium ist die Bin-Laden-Botschaft bekannt, und sie werde sehr ernst genommen, sagte am Abend ein Sprecher. Das Band, das sich in die massive Propaganda des Terrornetzes El Kaida einfüge, werde derzeit ausgewertet: “Wir tun unsere Arbeit, und wir tun das ruhig und gewissenhaft. Wir lassen uns nicht in den Zustand der Erregung versetzen.“
“Welt online“ und “Spiegel online“ berichteten unter Berufung auf die Aufnahmen, Bin Laden sei darin nur als Standbild zu sehen. Er unterbreite - mit deutschen Untertiteln - seine Analyse des Verhältnisses der Europäer zu den Muslimen und lege seine Sicht der Zukunft der NATO in Afghanistan dar. Das Propagandawerk sei knapp fünf Minuten lang.

Bezug auf Anschläge in Madrid und London

In der Audio-Botschaft wirft eine Osama bin Laden zugeschriebene Stimme den Ländern der NATO vor, in Afghanistan unrechtmäßig Menschen zu töten. Frauen, Kinder und ältere Männer seien getötet worden, “weil George W. Bush böse auf sie war“. Er forderte die Europäer auf, sich aus dem Land zurückzuziehen. Sich zur Wahrheit zurückzubegeben, sei besser, als den falschen Weg zu verfolgen.

Der Terroristenanführer nimmt auch Bezug auf die El-Kaida- Anschläge in Madrid im März 2004 und in London im Juli 2005. Hätten die Europäer mit eigenen Augen gesehen, wie brutal die Amerikaner und ihre Helfer gegen die Taliban im Norden Afghanistans vorgegangen seien, könnten sie nachvollziehen, was zu den blutigen Taten von Madrid und London geführt habe.

Die Bin-Laden-Botschaft wurde am Freitag auf den einschlägigen Islamisten-Websites verbreitet. In einer Version war sie mit dem Hinweis versehen: “Junge Männer, bitte veröffentlicht dies.“

Der mutmaßliche El-Kaida-Terrorist Bekkay Harrach verbreitete am Freitag ein neues Video. Er lockt darin deutschsprachige Muslime mit Sätzen wie “Am Dschihad (Heiliger Krieg) kann sich jeder beteiligen“. Die im Internet veröffentlichte Botschaft enthält aber keine neuen, direkten Drohungen gegen Deutschland. Angesichts des neuen Videos von Harrach sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Stefan Paris, am Freitag in Berlin, die Sicherheitsbehörden seien wachsam. Sie reagierten angemessen, sehr intensiv und mit konkreten Maßnahmen auf die Drohbotschaften. Die Bedrohungssituation sei aber nach wie vor abstrakt - es lägen keine konkreten Hinweise auf geplante Aktionen vor.

Harrachs nunmehr dritte Terrordrohung innerhalb von sieben Tagen ist laut dem bei Washington ansässigen Intelcenter, das Websites militanter Gruppen beobachtet, mit “O Allah I Love You 2“ betitelt und hat eine Laufdauer von 39 Minuten und fünf Sekunden. Zu hören ist demnach eine Erklärung von Harrach in deutscher Sprache. Das Video soll bereits am Donnerstag veröffentlicht worden sein. Das Bundesinnenministerium betonte, es gebe nach wie vor keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge, insbesondere nicht aus diesem Video. In Stuttgart nahm die Polizei einen 25 Jahre alten Mann fest, der ein Drohvideo ins Internet gestellt haben soll.

Terminal wegen herrenlosen Koffers gesperrt

Nach den vermehrten Drohungen des Terror-Netzwerkes gegen Deutschland und Europa sind die Sicherheitsbehörden in erhöhter Alarmbereitschaft: Auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld ist am Freitagabend wegen eines herrenlosen Koffers ein Terminal gesperrt worden. Die Polizei untersuche das Gepäckstück, sagte ein Flughafensprecher der dpa. Schon am Morgen herrschte Aufregung, weil ein betrunkener Mann in einem Flugzeug aus Dublin randaliert und von einer Bombe gesprochen hatte. Daraufhin hatte man dem Sprecher zufolge das Flugzeug nach der Landung um kurz nach 9.00 Uhr auf eine Abstellfläche gebracht. Die Bundespolizei nahm den Mann in Gewahrsam und durchsuchte Flugzeug und Gepäck. Eine Bombe wurde nicht gefunden.

dpa/AP

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