Kunststoffstück im Riegel führt zu Massenrückruf bei Mars

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Ein angebissener "Mars"-Schokoriegel. Foto: Martin Gerten/Illustration

Weil eine Kundin in einem Schokoriegel ein Kunststoffstück fand, hat der US-Süßwarenriese Mars eine Monatsproduktion zurückgerufen und sich bei den Käufern entschuldigt. Von einem Einzelfall ist die Rede. Dennoch sind Dutzende Länder von dem Riesenrückruf betroffen.

Viersen (dpa) - Großer Wirbel um ein kleines Stück Plastik: Der US-Süßwarengigant Mars will mit einem massenhaften Rückruf Schokoriegel in etlichen Ländern aus dem Verkehr ziehen.

In einem Produkt sei ein Kunststoffteilchen gefunden worden, erklärte das Unternehmen am Dienstag. Erstickungsgefahr sei nicht auszuschließen. Mars habe sich deshalb zu einem freiwilligen Rückruf entschlossen. Neben Deutschland sind Dutzende Länder weltweit betroffen.

Mars warnte seine Kunden vor dem Verzehr von Süßigkeiten der Marken Mars und Snickers sowie von einigen Produkten der Marken Milky Way und Celebrations. Es geht um Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdaten zwischen dem 19. Juni 2016 und dem 8. Januar 2017. Die Süßigkeiten seien Anfang Januar bis Anfang Februar in den Niederlanden produziert worden, sagte ein Unternehmenssprecher.

Eine Verbraucherin in Deutschland habe sich beschwert, danach sei der "freiwillige Rückruf" eingeleitet worden. Das Kunststoffteil sei knapp einen halben Zentimeter groß gewesen. Das Unternehmen wolle mit dem Rückruf seiner Verantwortung gegenüber den Kunden gerecht werden. Ein Mars-Sprecher in den USA erklärte auf dpa-Anfrage, man gehe von einem Einzelfall aus.

Nach Angaben der EU-Kommission sind von dem Rückruf des US-Süßwarenriesen mehr als 50 Staaten betroffen. Die Niederlande meldeten bis zum Dienstagabend insgesamt 59 betroffene Länder und Gebiete bei der Brüsseler Behörde. Rückrufe gibt es demnach in allen Staaten der Europäischen Union, mit Ausnahme von Bulgarien und Luxemburg. Über eine Datenbank werden die Informationen an alle EU-Staaten weitergeleitet. Da die betroffenen Riegel in den Niederlanden hergestellt worden waren, meldeten die dortigen Behörden die Informationen nach Brüssel.

Ein Sprecher des Bundesernährungsministeriums in Berlin sagte auf dpa-Anfrage: "Nach alldem, was wir zum jetzigen Zeitpunkt wissen, sind die nötigen Maßnahmen, die für derartige Fälle vorgeschrieben sind, ergriffen worden."

Das Stückchen Plastik stamme von einem Deckel, mit dem eine Leitung abgeschlossen werde, zitierte der niederländische Sender NOS einen Mars-Sprecher. Wahrscheinlich sei beim Austausch einer Leitung etwas schief gegangen - möglicherweise sei dabei Plastik in Schokoriegel gelangt. Das Unternehmen entschuldigte sich bei den Kunden.

Wie genau das monierte Kunststoffteilchen in den Riegel gelangen konnte, werde noch untersucht, sagte der Sprecher. Zur Anzahl der betroffenen Produkte konnte Mars zunächst keine Angaben machen. Zurzeit werde ermittelt, inwieweit die betroffenen Süßwaren ausgeliefert worden seien und wo sie sich befänden.

Warnhinweis für Deutschland

Mars-Website

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