Erst wollte er Aktion nicht zugeben

Künstler macht Liegestütze auf Altar - verurteilt

Der Saarbrücker Künstler Alexander Karle, der für ein Video rund 30 Liegestütze auf dem Altar einer Kirche absolviert hat, ist wegen Hausfriedensbruchs verurteilt worden.

Saarbrücken - In zweiter und letzter Instanz verwarnte das Landgericht Saarbrücken den 39-Jährigen am Montag und verurteilte ihn dazu, 500 Euro an eine Jugendeinrichtung der Caritas zu zahlen. Zudem bleibt eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 10 Euro zur Bewährung vorbehalten.

Video: Künstler macht Liegestütze auf Altar

Die Berufungsinstanz hob ein Urteil des Saarbrücker Amtsgerichts vom Januar auf, das dem freischaffenden Künstler wegen Hausfriedensbruchs und Störung der Religionsausübung eine Geldstrafe von 700 Euro auferlegt hatte. Dagegen hatte Karle Berufung eingelegt. Anfang Juli hatte der Künstler für Schlagzeilen gesorgt, als er erklärte, er habe die Turnübungen gar nicht in der Kirche gemacht, sondern lediglich eine Videomontage angefertigt. Der Angeklagte gestand nun jedoch, dass er die etwa 30 Liegestütze im abgesperrten Altarraum der Saarbrücker Basilika Sankt Johann getätigt habe.

Die Turnübungen erfolgten im Rahmen von Karles Videoaktion „Pressure to perform“ (Leistungsdruck), mit der er nach eigener Aussage die Leistungsgesellschaft kritisieren will. Das Video wurde Anfang 2017 mehrfach in Saarbrücken gezeigt und ist im Internet zu sehen.

kna

Rubriklistenbild: © Screenshot Youtube

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