Ölpest: BP krempelt Krisenmanagement um

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Nach Angaben der US-Küstenwache musste BP die Absaugvorrichtung über dem lecken Bohrloch im Golf von Mexiko entfernen.

Washington/New Orleans - Der Ölkonzern hat sein Krisenmanagement geändert. Unterdessen gab es einen erneuten Rückschlag: Ein Absaugvorrichtung über dem Bohrloch musste entfernt werden.

Die BP hat einen neuen Krisenmanager für die Ölpest im Golf von Mexiko berufen. US-Amerikaner Bob Dudley ist ab sofort für das tägliche Krisenmanagement zuständig. Das bestätigte der britische Ölkonzern am Mittwoch in London. Der 54-jährige Dudley wuchs in dem am stärksten von der Ölpest betroffenen US-Staat Mississippi auf und war bisher für das BP-Geschäft in Amerika und Asien zuständig. Er steht nun der neu gegründeten Gulf Coast Restauration Organisation (Organisation zur Restauration der Golfküste) der BP vor und soll täglich an Vorstandschef Tony Hayward berichten.

Hayward war am Freitag vom täglichen Krisenmanagement in der Katastrophenregion entbunden worden. Er war wegen mehrerer öffentlicher Äußerungen in Zusammenhang mit der Ölpest heftig in die Kritik geraten. Unter anderem hatte er auf dem Höhepunkt der Krise erklärt, er wolle sein altes Leben zurück.

Bohrstopp im Golf

Unterdessen hält die US-Regierung trotz einer gegenteiligen Gerichtsentscheidung am Ölbohr-Stopp im Golf von Mexiko fest. Innenminister Ken Salazar kündigte für die kommenden Tage ein neues Moratorium an, in dem er eine eindeutige Begründung für die Notwendigkeit des Verbot liefern werde. US-Präsident Barack Obama hatte mit dem sechsmonatigen Stopp von Tiefseebohrungen auf die Ölpest im Golf reagiert. Ein US-Bundesgericht hob das Verbot am Dienstag auf und entsprach damit einer Klage von Ölunternehmen.

Salazar erklärte am Dienstagabend, das neue Moratorium werde zweifelsfrei belegen, dass die Bohr-Pause notwendig und angemessen sei. Der Innenminister verwies auf Hinweise, dass die Ölbranche nicht die nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen habe. Das Weiße Haus erklärte, Obama halte an seiner Position fest. Solange die Ursache der Katastrophe nicht ermittelt sei, würde eine Fortsetzung der Tiefseebohrungen Arbeiter und Umwelt einer Gefahr aussetzen, die “wir uns nicht leisten können“, sagte Regierungssprecher Robert Gibbs.

Rückschlag beim Ölabsaugen

Nach Angaben der US-Küstenwache musste BP die Absaugvorrichtung über dem lecken Bohrloch im Golf von Mexiko entfernen, die Vorrichtung lief Gefahr zu vereisen. Thad Allen, Admiral der Küstenwache, sagte, zuvor sei die Versorgung der Anlage mit Warmwasser wegen aufsteigenden Gases ausgefallen. Die Absaugvorrichtung werde nun auf Eis hin überprüft und danach wieder montiert. Durch den Trichter konnten zuletzt 2,6 Millionen der geschätzten 9,5 Millionen Liter Öl, die insgesamt am Tag austreten, abgesaugt werden.

dapd

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