Kosovo-Serben blockieren weiterhin Transitstraßen

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General Erhard Bühler (R) und der serbische Unterhändler Borislav Stefanovic

Pristina/Belgrad - Die Kosovo-Serben haben eine ernste Machtprobe gewonnen. Soldaten der internationalen Schutztruppe KFOR zogen von einer Straßenblockade nördlich der Stadt Mitrovica ab.

Hunderte Serben hielten auch am Samstagmorgen die Transitroute von ihrer Hochburg Mitrovica in Richtung Norden nach Serbien gesperrt. Angaben der internationalen Schutztruppe KFOR, mit ihnen sei erneut die Beseitigung der Hindernisse vereinbart worden, bezeichneten der serbische Kosovo-Minister Goran Bogdanovic und Chefunterhändler Borislav Stefanovic als “absolut unwahr“. Die Blockaden würden bis zur Erfüllung der serbischen Forderungen aufrechterhalten. “Heute habe ich vom gewaltsamen Durchbruch Abstand genommen“, sagte KFOR-Kommandeur Bühler. “Ich habe zum Nutzen der Bürger entschieden, weil ich weiß, dass sich radikale und extremistische Strukturen unter die Bürger gemischt haben, die sogar bewaffnet sind.“ Unabhängig davon würden die KFOR-Soldaten allerdings Bewegungsfreiheit im Norden Kosovos durchsetzen, kündigte er ohne weitere Einzelheiten an.

Serbisches Parlarment kommt zur Sondersitzung zusammen

Die Serben bestehen darauf, dass die beiden Grenzübergänge Jarinje und Brnjak wieder von serbischen Beamten kontrolliert werden. Seit Beginn dieser Woche hatte die Kosovo-Regierung mit ihren Zöllnern und Grenzpolizisten diese Grenzpunkte übernommen, weil die serbischen Beamten sich nicht den Behörden in Pristina unterstellen.

In Belgrad kommt das serbische Parlament am Nachmittag zu einer Sondersitzung zusammen. Am Vorabend hatte Serbiens Staatspräsident Boris Tadic verlangt, die beiden umstrittenen Grenzübergänge müssten wieder in die Gewalt der Serben zurückgegeben werden. Sonst werde der von der EU vermittelte Dialog mit der Kosovo-Regierung weiter auf Eis liegen. Serbische Extremisten hatten einen der beiden Grenzpunkte in Schutt und Asche gelegt. Seitdem ist er von der KFOR zur militärischen Sperrzone erklärt worden.

dpa

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