Kleopatra – ein Mythos im Spiegel der Jahrhunderte

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Liz Taylor hat das moderne Bild von Kleopatra geprägt – hier in einem Werk des spanischen Künstlerduos BTOY.

Schillernde Ikone, machtgierige Herrscherin, berechnende Hure – kaum einer Frau werden so viele Rollen zugeschrieben wie Kleopatra. Der Hirmer-Katalog „Kleopatra – die ewige Diva“ spürt den Bildern nach, die die Menschen aller Epochen von der sagenumwobenen Königin geschaffen haben.

Die Szene ist ebenso legendär wie – höchstwahrscheinlich – erfunden: Kleopatra, eine junge Frau von sagenhafter Schönheit, lässt sich in einen Teppich eingewickelt in das Quartier Cäsars schmuggeln, des mächtigsten Feldherrn der damaligen Zeit. Vor seinen verblüfften Augen wird sie ausgerollt und legt sich ihm zu Füßen.

Eine jahrelange Affäre beginnt, in deren Verlauf Kleopatra sogar einen Sohn zur Welt bringt. Manche Wissenschaftler glauben, das war ihre wahre Absicht: ihre Macht durch Nachkommen aus einer vorteilhaften Verbindung zu festigen.

Ägypten vor dem Zerfall

Als Kleopatra im Alter von 18 Jahren den ägyptischen Thron besteigt, ist Rom bereits eine Weltmacht. Die Königin steht vor der nahezu unlösbaren Aufgabe, Ägypten als autonomes Reich zu erhalten. So umgarnt sie zunächst Cäsar, dann Marc Anton.

Als beide tot sind, steht Kleopatra mit dem Rücken zur Wand: Octavian, der spätere Kaiser Augustus, ist gegen ihre Reize immun. Er plant, Kleopatra gefangen zu nehmen und im Triumphzug vorzuführen. Um dieser Demütigung zu entgehen, wählt die stolze Königin den Freitod. Sie lässt eine Kobra an den Wachen vorbei in ihre letzte Zuflucht schmuggeln und nimmt sich durch den Biss der Schlange das Leben. Ob die Überlieferung der Wahrheit entspricht, bezweifelt die Wissenschaft stark. Doch diese Legende hält sich ebenso hartnäckig wie die der Teppich-Episode in Cäsars Quartier.

Kleopatra – Bilder einer unbekannten Frau

Vor allem diese beiden Szenen trugen dazu bei, die Vorstellung von der stolzen und berechnenden, aber auch genialen Herrscherin zu festigen. In den Köpfen der Menschen hat sich das Bild von Kleopatra in den zweitausend Jahren seit ihrem Tod dennoch stets gewandelt. Jede Epoche projizierte andere Werte und Eigenschaften auf die „Fläche“ Kleopatra. Dass über ihr tatsächliches Leben wenig bekannt ist, bietet umso mehr Raum für Spekulationen. Diesen ganz unterschiedlichen Interpretationen spürt der Ausstellungskatalog „Kleopatra – die ewige Diva“ des Hirmer Verlags jetzt nach. Spannende Beiträge und großformatige Abbildungen beleuchten die Wahrnehmung Kleopatras im Laufe der Jahrhunderte.

Von Michelangelo über Shakespeare bis hin zu Warhol ließen sich unzählige Künstler von Kleopatra inspirieren. In der Renaissance avancierte sie zum Idealtypus der stolzen Frau, die den Selbstmord einer öffentlichen Bloßstellung vorzieht. In der französischen Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts wurde sie zur erotisch-gefährlichen Verführerin stilisiert.

Die moderne Kleopatra

Noch heute ist Kleopatra eine Ikone: Stars wie Heidi Klum, Madonna oder Britney Spears zeigen sich immer wieder so, wie Kleopatra im 21. Jahrhundert gesehen wird. Dieses moderne Bild ist vor allem geprägt durch den bekanntesten aller Kleopatra-Filme: 1963 dreht Joseph L. Mankiewicz „Cleopatra“ mit Elizabeth Taylor. Andy Warhol griff ihre Verkörperung in seinen weltberühmten Siebdrucken „Blue Liz as Cleopatra“ und „Silver Liz as Cleopatra“ auf, die ebenfalls im Katalog des Hirmer Verlags abgebildet sind.

Die legendäre Schönheit Kleopatras und ihr rätselhafter Tod machten die letzte Herrscherin Ägyptens zu dem, was sie seit zweitausend Jahren ist: eine Ikone.

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