Kindesraubserie: Verdächtige Nonne gestorben

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Eine des Kindesraubs verdächtige Nonne starb in Madrid

Madrid - Eine Nonne soll Teil eines Netzwerkes gewesen sein, das jahrzehntelang in Spanien tausende Babys nach der Geburt den Müttern weggenommen und zur Adoption freigegeben hat. Jetzt starb sie.

In einem Skandal um Kindesraub und illegale Adoptionen in Spanien ist eine der Verdächtigen vor der Eröffnung des Prozesses gestorben. Die Nonne María Gómez Valbuena erlag im Alter von 87 Jahren in Madrid einer nicht genannten Krankheit. Dies gab der Orden der Frau am Donnerstag bekannt. Die Nonne war die bekannteste Verdächtige in einer Serie von Kindesraubfällen, die in Spanien seit Monaten für Schlagzeilen sorgt.

Nach Schätzungen von Opferverbänden sollen in der Zeit von 1940 bis in die 80er Jahre 300 000 Kinder gleich nach der Geburt ihren Müttern geraubt und über illegale Netzwerke an Adoptiveltern vermittelt worden sein. Den betroffenen Müttern wurde jeweils mitgeteilt, ihre Kinder seien bei der Geburt gestorben. In den Skandal sollen Ärzte, Krankenschwestern, Hebammen und Beamte verwickelt gewesen sein.

Die Nonne war eine der ersten Verdächtigen, die von der Justiz ausfindig gemacht wurde. Ihr wurde die Beteiligung an zwei konkreten Fällen von Kindesraub zur Last gelegt. Im April 2012 verweigerte sie bei ihrer Vernehmung durch einen Ermittlungsrichter die Aussage. In der vorigen Woche war sie erneut vorgeladen worden, ließ sich bei dem Richter aber aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen.

dpa

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