Keine geeignete Vene gefunden - Hinrichtung verschoben

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Die Gefängnismitarbeiter suchten vergeblich nach einer Vene.

Lucasville/USA - Weil die Henker zwei quälende Stunden lang keine geeignete Vene für die tödliche Spritze finden konnten, ist im US-Staat Ohio eine Hinrichtung abgebrochen worden.

Der wegen Vergewaltigung und Mordes eines jungen Mädchens im Jahr 1984 verurteilte Straftäter soll nun eine Woche später hingerichtet werden. Menschenrechtler protestierten gegen die grausame und unwürdige Behandlung, der Romell Broom ausgesetzt wurde - und wieder ausgesetzt werden soll. Gouverneur Ted Strickland ordnete die Verschiebung um eine Woche am Dienstagnachmittag an, nachdem die Gefängnismitarbeiter bei dem 53-jährige Broom vergeblich nach einer Vene gesucht hatten. Der Todeskandidat hatte das Team bei der Suche nach einer geeigneten Vene nach einer Stunde sogar unterstützt. Nach einem erneut gescheiterten Versuch bedeckte er später das Gesicht und schien zu weinen. Laut einem Protokoll der Gefängnisunterlagen, das die AP am Mittwoch einsehen konnte, war offenbar Brooms früherer Drogenkonsum der Grund, weshalb keine Vene gefunden werden konnte, die stark genug für die aus drei Medikamenten bestehende tödliche Dosis war. Noch in der Nacht auf Dienstag hatte er dem Gefängnisprotokoll zufolge zu seinem Bruder gesagt, dass er bereit sei, zu sterben. “Er hat es satt, im Gefängnis zu sitzen“, sagte der Bruder demnach.

ACLU fordert Stopp von Hinrichtungen in Ohio

Rechtsexperten äußerten die Ansicht, dass sich die Exekution wegen möglicher juristischer Beschwerden nun sogar noch weiter verzögern könnte. Die gescheiterte Hinrichtung warf erneut die Frage auf, ob jemand zweimal zu einer Exekution geführt werden darf. Er wisse nur von einem einzigen Fall, in dem die Hinrichtung wiederholt worden sei, sagte Richard Dieter, Direktor des Informationszentrums Todesstrafe. 1946 funktionierte bei Willie Francis die Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl nicht. Er wurde ein Jahr später hingerichtet. Dieter sagte, er erwarte Klagen gegen einen neuerlichen Termin für eine Hinrichtung von Broom. Die Amerikanische Bürgerrechtsunion (ACLU) forderte die Einstellung aller Hinrichtungen in Ohio. Es habe schon 2006 und 2007 ähnliche Pannen gegeben, sagte ACLU-Juristin Carrie Davis. “Wenn der Staat einer Person das Leben nimmt, muss er sicherstellen, dass dies so human wie möglich geschieht.“ Florida hatte die Hinrichtung mit der Giftspritze 2006 ausgesetzt, nachdem sich die Exekution von Angel Diaz um 34 Minuten verzögert hatte, weil die Spritze falsch gesetzt worden war. Zwei Jahre später nahm der US-Staat die Hinrichtungen mit neuen Verfahrensregeln wieder auf.

Stephen Majors, AP

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