Belgien: Kirche bekennt sich zu Missbrauchsfällen

Brüssel - Die katholische Kirche in Belgien bekennt sich nach langem Schweigen öffentlich zu den zahlreichen Missbrauchsfällen in den vergangenen Jahren.

Erzbischof Andre-Mutien Leonard versprach den Opfern Hilfe und die Bestrafung der schuldig gewordenen Priester. “Ein Gefühl der Wut und Ohnmacht“ habe die Kirche ergriffen, räumte er am Montag ein. Die Krise habe die Kirche so tief ergriffen, dass es unmöglich sei, einen einfachen Ausweg zu finden.

Ein am Freitag vorgelegter staatlicher Untersuchungsbericht war zu dem Ergebnis gekommen, dass der Missbrauchsskandal in der Kirche weit größere Ausmaße hat als bislang bekannt. Demnach haben 488 Zeugen der Kommission ihre Qualen offenbart, das jüngste Opfer war den Angaben zufolge zwei Jahre, als es von einem Geistlichen missbraucht wurde.

Erst nach dem Rücktritt eines mit Missbrauchsvorwürfen belasteten Erzbischofs im April sei das Schweigen allmählich gebrochen worden, hieß es weiter. Familienmitglieder und enge Freunde geben in dem Bericht an, dass die Selbstmorde von 13 Opfern mit dem Missbrauch durch Geistliche zusammenhingen.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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