Kannibalismus in der Pfalz?

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Skelettfund in Herxheim.

London/Herxheim - Archäologen werten Spuren in einem 7000 Jahre alten Grab im pfälzischen Herxheim als Zeichen von Massenkannibalismus.

Bis zu 500 “absichtlich verstümmelte“ menschliche Überreste - darunter von Kindern und Ungeborenen - seien ausgegraben worden, sagte Ausgrabungsleiter Bruno Boulestin von der Universität Bordeaux in Frankreich dem britischen Sender BBC am Sonntag. Der Fund ist demnach ein seltener Beleg für Kannibalismus in der frühen Jungsteinzeit in Europa. In dieser Zeit gab es in Mitteleuropa oft Hungersnöte. Die Knochen sind den Untersuchungen des Forscherteams nach absichtlich zertrennt und gebrochen worden.

Sie weisen Merkmale wie bei Tierknochen auf, die “am Spieß gebraten“ wurden, sagte Boulestin. Er widersprach der Ansicht anderer Wissenschaftler, die in der Abtrennung von Haut und Fleisch ein Bestattungsritual sehen. Es sei zwar schwer zu beweisen, dass die gefundenen Knochen für den Verzehr gegart wurden. An etlichen Knochen seien aber Kauspuren zu finden. Das Grab in Herxheim wurde 1996 entdeckt und zwischen 2005 und 2008 untersucht. Die Ergebnisse der Forscher um Boulestin wurden im Fachjournal “Antiquity“ (Bd. 83, S. 968) veröffentlicht.

dpa

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