Hai-Alarm: Badeverbot an Ägyptens Stränden

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Ein Hai dieser Art hat eine deutsche Touristen in Scharm El-Scheich totgebissen.

Scharm El-Scheich/Wien - Nachdem innerhalb einer Woche eine Deutsche durch Haibisse getötet und vier Russen verletzt wurden, stellt sich die Frage: Wie gefährlich ist die Region für Touristen? Und: Was ist der Grund für die Attacken?

Nein. Schwimmen gehen im Roten Meer würde er dieser Tage den Badeurlaubern in Scharm El-Scheich nicht unbedingt empfehlen. Professor Jürgen Kriwet ist einer der führenden Haiexperten Europas. Er stammt aus Landsberg am Lech, lehrt heute am Institut für Paläontologie der Universität Wien und stuft die Situation in dem gerade bei Deutschen sehr beliebten Badeort als gefährlich ein. Denn: Der Hai, der am Wochenende eine deutsche Urlauberin so schwer verletzte, dass sie auf der Fahrt ins Krankenhaus starb, schwimmt noch immer frei herum und könnte jederzeit wieder angreifen.

Nach den Hai-Attacken der vergangenen Woche waren zwei Haie gefangen worden, die schnell als mögliche Schuldige präsentiert wurden: ein Weißspitzen-Hochseehai und ein Makrelenhai. „Das Tier auf dem Foto ist aber kein Weißspitzen-Hochseehai, sondern ein Kurzflossenmaki.“ Alle drei Tiere gelten als gefährlich, alle haben schon Menschen auf den Gewissen. Der Schweizer Haiforscher Erich Ritter, der die Bisswunden der Opfer analysiert hat, sagte, die Deutsche sei definitiv von einem anderen Hai gebissen worden als die vier Urlauber zuvor. „Das Tier ist massiv größer.“

Die Art der Bisswunden ließe klar darauf schließen, dass der Hai die Frau fressen wollte und es sich um keine Probe- oder Verteidigungsbisse gehandelt habe. Die Deutsche sei geschnorchelt und habe damit auf den mindestens drei Meter langen Hai als ideale Beute gewirkt: „Für Haie ist alles, was an der Oberfläche herumschwimmt, potenziell verletzt.“ Für unwahrscheinlich hält Jürgen Kriwet die Erklärung, dass immer mehr Haie an die Küsten kommen, weil das Rote Meer überfischt sei.

Er geht viel mehr davon aus, dass es sich um Hochseehaie handelt, die von den Tauchbooten angefüttert wurden. Denn Tauchen mit Haien gilt weiterhin als eine beliebte Touristenattraktion in der Region. Somit wäre auch dieses Problem ein vom Menschen gemachtes. Aber auch mit einem Klischee räumt Kriwet auf: Mit der Rückenflosse, die den Angriff der Tiere – zumindest im Film – ankündigen soll. „Wenn Sie die Rückenflosse sehen, ist es in der Regel schon zu spät.“ Und weiter: „Hochseehaie greifen fast immer von hinten und aus der Tiefe an.“ Gouverneur Mohammed Schuscha kündigte an, alle Strände in und um Scharm El-Scheich blieben gesperrt, bis sämtliche potenziell gefährlichen Haie vor der Küste gefunden und gefangen sind. Hunderte ausländische Touristen seien wegen der Angriffe vorzeitig abgereist.

Von Yasmin Al-Rifai und Claudia Muschiol

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