Kampf gegen die Brände bei Athen: Erste Erfolge

+
Die Feuerwehren bekommen die Wald- und Buschbrände nördlich von Athen offenbar langsam unter Kontrolle.

Athen - Die Feuerwehren bekommen die seit etwa fünf Tagen wütenden Wald- und Buschbrände nördlich von Athen offenbar langsam unter Kontrolle.

Hier sehen Sie ein aktuelles Video über das Großfeuer bei Athen

“Die Brände dauern an. Sie sind aber nicht mehr so heftig wie in den vergangenen Tagen“, sagte der Sprecher der Feuerwehr Giannis Kapakis am Montag im Fernsehen. Die Lage bleibe aber ernst. Der intensive Einsatz von Löschflugzeugen, darunter auch vier Maschinen aus Frankreich und Italien, habe jetzt offenbar Wirkung gezeigt. Insgesamt loderten zeitweise 140 Brandherde im Norden der griechischen Hauptstadt.

Lesen Sie auch:

Großfeuer bei Athen: Hunderte Brandherde

Flammen-Inferno vor Athen: Waldbrände bedrohen Stadt

Waldbrände erreichen Vororte von Athen

Die Feuerfront war am Sonntag bis auf 15 Kilometer an die Vororte vorgedrungen. Die dichte Rauchwolke, die in den vergangenen drei Tagen über Athen stand, hatte sich am Montagnachmittag zum Teil aufgelöst. Dies zeigten auch neueste Satellitenbilder. Für die Menschen in den betroffenen Regionen war die Situation am Montag allerdings kaum merklich besser. Zahlreiche Menschen klagten weiterhin über Atembeschwerden wegen der Rauchschwaden. In der Nähe des Kleinhafens von Porto Germeno rund 70 Kilometer westlich Athens tobte sogar ein neuer Waldbrand.

Bilder vom Inferno

Waldbrände bedrohen Athen

Viele Einwohner flüchteten in Panik vor den Flammen. Sie nahmen ihre Ziegenherden mit und brachten sie zur Küste. Die Küstenwache schickte drei Patrouillenboote, um im Ernstfall die Einwohner vom Meer aus zu retten. Im Osten Athens kämpften Rettungskräfte mit Löschflugzeugen am Nachmittag gegen Feuerfronten nahe der Ortschaften Nea Makri und Pikermi. Gefährliche Brände tobten auch auf den Inseln Euböa, Skyros und Zakynthos.

Schätzungen der Regierung zufolge wurden bislang zwischen 150 und 200 Quadratkilometer Wald, Buschland und landwirtschaftlich genutztes Land sowie dutzende Häuser zerstört. Die Löschmannschaften wurden besonders durch die starken Winde behindert. “In der Nacht werden die Winde weiter nachlassen“, lautete die erfreuliche Nachricht des Meteorologischen Amtes. “Die Lage wird morgen (Dienstag) etwas besser sein“, sagte dessen Chef Dimitris Ziakopopoulos.

In den brennenden Gebieten waren am Montag nach Feuerwehrangaben 16 Löschflugzeuge und neun Hubschrauber im Einsatz. Die Maschinen holten aus dem Meer Wasser und kehren damit zum Festland zurück. Die Piloten einer Maschine entkamen nur knapp einem schweren Unfall. Ihre Maschine verlor eine Schwimmkufe beim Versuch Wasser aus dem Meer vor der Ostküste Athens zu tanken. Bürgermeister aus den Katastrophengebieten sprachen immer wieder von Brandstiftungen. Bodenspekulanten versuchten, den Wald zu zerstören, sagten sie. Wenige Monate oder Jahre nach den Bränden, würden die verbrannten Gebiete für den Bau von Häusern freigegeben. Ein Bürgermeister sprach von “Vetternwirtschaft“.

Die bürgerliche Regierung in Athen hat unterdessen Entschädigungen für alle versprochen, die ihr Hab und Gut durch die verheerenden Brände verloren haben. Dies teilte am Montag der griechische Regierungssprecher Evangelos Antonaros mit. “Wir werden Bilanz ziehen unmittelbar nachdem alle Brände gelöscht sind. Dann werden wir die Opfer entschädigen“, sagte der Regierungssprecher im Radio.

Die Umweltstiftung WWF warf indes Griechenland vor, beim Brandschutz versagt zu haben. “Griechenland hat nichts gelernt aus dem Katastrophensommer 2007“, sagte die WWF-Waldexpertin Nina Griesshammer. Nach wie vor fehle ein flächendeckendes Netz von Wasserzugängen. Außerdem gebe es viel zu wenig Brandschutzschneisen. Vor zwei Jahren waren bei verheerenden Feuern in Griechenland 77 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten Griechenlandurlauber sind bislang von den Waldbränden nicht betroffen. Nach Angaben des größten deutschen Reiseveranstalters TUI würden etwa 99 Prozent der Gäste nicht über Athen fliegen. Auch Städtereisen seien im Sommer nicht gefragt.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Artistisches Abschlusstraining

Artistisches Abschlusstraining

Meistgelesene Artikel

Weitere Häuser in Kalifornien gehen in Flammen auf - schon 38 Tote

Weitere Häuser in Kalifornien gehen in Flammen auf - schon 38 Tote

Schiff vor den Philippinen gesunken - Passagiere trieben im Meer

Schiff vor den Philippinen gesunken - Passagiere trieben im Meer

Menschenfressender Tiger in Indien getötet

Menschenfressender Tiger in Indien getötet

Todesangst im Ferienflieger: Airbus sackt 6000 Meter ab

Todesangst im Ferienflieger: Airbus sackt 6000 Meter ab

Kommentare