3000 Flüge gestrichen

Wilder Winter im US-Nordosten: Eiseskälte und "Bombenzyklon"

Streusalz wird in einem Salzlager bei Boston (USA) auf einen LKW geladen. Für die Region sind Schneestürme vorhergesagt. Foto: Bill Sikes
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Streusalz wird in einem Salzlager bei Boston (USA) auf einen LKW geladen. Für die Region sind Schneestürme vorhergesagt. Foto: Bill Sikes
Eiszapfen sind im Winter nichts Ungewöhnliches - es sei denn, sie hängen am Zaun einer Gärtnerei im subtropischen Florida. Foto:  Chris O&#39Meara
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Eiszapfen sind im Winter nichts Ungewöhnliches - es sei denn, sie hängen am Zaun einer Gärtnerei im subtropischen Florida. Foto:  Chris O'Meara
Eisschollen schwimmen im Hafen von Boston. Foto: Michael Dwyer
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Eisschollen schwimmen im Hafen von Boston. Foto: Michael Dwyer
Ein Mitarbeiter des Nationalpark-Service schiebt vor dem Weißen Haus in Washington Schnee. Foto: Andrew Harnik
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Ein Mitarbeiter des Nationalpark-Service schiebt vor dem Weißen Haus in Washington Schnee. Foto: Andrew Harnik
An verschneiten Palmen vorbei: Ein Passant in Charleston, South Carolina. Foto: Matthew Fortner
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An verschneiten Palmen vorbei: Ein Passant in Charleston, South Carolina. Foto: Matthew Fortner
Einsatzkräfte der Polizei stehen in Benton Township, Michigan, auf dem zugeschneiten Freeway I-94 und kümmern sich um einen Glätteunfall mit mehreren Fahrzeugen. Foto: Don Campbell, The Herald-Palladium
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Einsatzkräfte der Polizei stehen in Benton Township, Michigan, auf dem zugeschneiten Freeway I-94 und kümmern sich um einen Glätteunfall mit mehreren Fahrzeugen. Foto: Don Campbell, The Herald-Palladium
Die Landschaft um die berühmten Niagarafälle an der Grenze zwischen Kanada und den USA ist komplett vereist. Foto: Aaron Lynett, The Canadian Press
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Die Landschaft um die berühmten Niagarafälle an der Grenze zwischen Kanada und den USA ist komplett vereist. Foto: Aaron Lynett, The Canadian Press
Eine Frau geht über eine verschneite Straße in New York. Vor allem der scharfe Wind sorgt für eisige Temperaturen. Foto: Mark Lennihan
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Eine Frau geht über eine verschneite Straße in New York. Vor allem der scharfe Wind sorgt für eisige Temperaturen. Foto: Mark Lennihan

Schnee in Florida, weiter nördlich purzeln die Kälterekorde, und dann auch noch ein "Bombenzyklon" an der US-Ostküste - ist das nur Winter oder richtig schlimm?

Washington (dpa) - Die Ostküste der USA bietet an den ersten Tagen des neuen Jahres ein ungewöhnliches Bild. Die gesamte Küste hinauf zieht sich ein Streifen von Schnee und Sturm, und er führt reichlich Probleme und Rekorde mit sich.

In Florida schneite es auf die Palmen, in South Carolina froren Brunnen zu - 13 US-Bundesstaaten lagen unter einer sogenannten Winterwarnung. Am härtesten sollte es aber den Nordosten treffen.

"Bombenzyklon" - seit Tagen sprechen die US-Medien alarmierend von einem schweren Sturm, der vor allem Neuengland treffen wird. Das Phänomen einer "bombogenesis" beschreibt die rapide Verstärkung eines Tiefs, laut US-Wetterbehörde NOAA liegt das am Aufeinanderprallen sehr kalter mit warmen Luftmassen. Für die folgende Entladung wählen manche Meteorologen das Bild einer Bombe.

Kälte und reichlich Schnee sind für den Nordosten der USA nichts Ungewöhnliches, mehr als 30 Zentimeter soll es nun geben, örtlich das Doppelte. Das Problem wird wohl eher der Wind sein.

Der Sturm selbst sollte sich als einer der bisher stärksten - außerhalb der Saison - Nicht-Hurrikane voraussichtlich komplett über dem Wasser austoben, am Donnerstag und Freitag aber eisige Winde und Böen ins Land schicken. Dazu kam die Gefahr von Blizzards, warnten Meteorologen. "Alles, was bei diesen Temperaturen herumliegt, wird durch die Gegend geblasen werden", fürchteten Stadtvertreter. Für einige Küstenabschnitte wurden Sturmflutwarnungen herausgegeben.

Bis zu 3000 Flüge wurden am Donnerstag laut Webseite FlightAware abgesagt, am New Yorker Flughafen La Guardia waren es über 90 Prozent aller Flüge. Der Unterricht an Schulen in New York City fiel aus. Gleiches galt für die Hauptstadt Washington DC, obwohl dort nur schüttere Flocken die Straßen bedeckten. Für New York City wurden dagegen bis zu 20 Zentimeter Neuschnee vorausgesagt.

Aus Connecticut und anderen Teilen Neuenglands wurde von Hamsterkäufen berichtet. Fernsehbilder zeigten komplett leere Brot- und Wasserregale. Eine ganze Reihe von Gouverneuren und lokalen Verantwortlichen rief den Notstand aus. Vielerorts kam der Straßenverkehr zum Erliegen. Im Staat New Jersey wurde bereits jetzt mehr Streumittel verbraucht als im gesamten zurückliegenden Winter.

Unmittelbar auf den Schneesturm folgt über Tage eisige, arktische Kälte. Im Sender ABC sprachen Meteorologen für Neuengland von einem "Wind Chill", also gefühlten Temperaturen, von minus 40 Grad Celsius. In Washington oder New York sollen die Temperaturen auf minus 17 Grad fallen.

Ein Problem könnten Stromausfälle werden, wenn Sturm und Eis die oberirdischen Leitungen beschädigen. Außerdem bringt der vielerorts seit Tagen anhaltende strenge Frost nach einem Bericht der "New York Times" Kraftwerke und Stromanbieter an ihre Leistungsgrenzen. Viele Anbieter hätten wegen drohender Nachschubknappheit von Erdgas bereits auf Feuerung mit Kohle oder Öl umgestellt.

In vielen Häusern und Wohnungen an der Ostküste laufen die Heizungen auf vollen Touren - für viele Verbraucher wird das ein teurer Winter. Dazu kommen Probleme mit geplatzten Wasserleitungen infolge der Kälte, von denen Dutzende allein aus Maryland und Virginia berichten wurden. Erst Anfang der kommenden Woche sollen die Temperaturen wieder langsam steigen.

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