Jemen: Weitere Attentate auf Flugzeuge geplant

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Der Attentäter Abdulmutallab bekannte sich vor Gericht für nicht schuldig.

Washington - Wie der verhinderte Flugzeugbomber von Detroit seinen Ermittlern gestand, haben Terroristen im Jemen offenbar weitere Attentate auf Passagiermaschinen geplant.

Mit ihm seien rund 20 weitere Muslime in dem arabischen Land für Attentate nach demselben Muster trainiert worden, meldete am Samstag der Fernsehsender CBS News. Der britische Geheimdienst habe diese Aussagen bestätigt.

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Als Konsequenz daraus hätten die US-Flugsicherheitsbehörden am vergangenen Wochenende die zusätzlichen Kontroll-Maßnahmen für Flugreisende in die USA erlassen. Seitdem werden Passagiere aus 14 besonders terrorverdächtigen Ländern ausnahmslos beim Einchecken abgetastet und ihr Handgepäck wird durchsucht. Auf dieser Roten Liste des US-Außenministeriums stehen unter anderem verschiedene arabische Länder sowie Nigeria, das Heimatland von Abdulmutallab.

So hält ein Zeichner den Auftritt des Flugzeug-Bombers Umar Farouk Abdulmutallab Gericht in Detroit (USA) fest.

Nach CBS-Informationen konstruieren Mitarbeiter der amerikanischen Bundespolizei FBI derzeit die Reiseroute des Nigerianers vor dem knapp verfehlten Anschlag nach. Sie befänden sich inzwischen im westafrikanischen Land Ghana, wo Abdulmutallab nach einem fünfmonatigen Aufenthalt im Jemen Zwischenstation gemacht haben soll. Die US-Ermittler gehen davon aus, dass Abdulmutallab El Kaida-Mitglieder in der ghanaischen Hauptstadt Accra getroffen hat. Sie versuchen zu ermitteln, ob der Attentäter dort das Päckchen mit dem hochexplosiven Material entgegengenommen hat, das er dann an Weihnachten in seiner Unterwäsche in das mit 290 Passagieren besetzte Flugzeug geschmuggelt hat.

Der 23-Jährige war am Freitag erstmals einem Richter vorgeführt worden. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurde die Anklage gegen ihn vor einem Bundesgericht in Detroit im Bundesstaat Michigan verlesen. Abdulmutallab nahm sie nach Aussagen eines Gerichtssprechers ohne sichtbare Emotionen auf und bekannte sich anschließend nicht schuldig. Eine Grand Jury (Anklagekammer) hatte Abdulmutallab in sechs Punkten angeklagt - unter anderem wegen versuchten Einsatzes einer Massenvernichtungswaffe und versuchten Mordes.

Der zierliche junge Mann erschien in Fußfesseln, abgeschirmt von seinen Anwälten und Sicherheitskräften. Augenzeugen berichteten, der in einem weißen T-Shirt und khakifarbenen Hosen gekleidete Nigerianer habe niedergeschlagen gewirkt. Er habe mit hängenden Schultern dagesessen, zu Boden geblickt und so leise gesprochen, dass der Richter ihn auffordern musste, seine Stimme etwas zu erheben. Ein Sprecher des Gerichts, Rod Hansen, erklärte hingegen, Abdulmutallab habe ruhig und ohne sichtbare Emotionen seinen Namen buchstabiert und seinen Bildungsstand erklärt. Der Angeklagte habe unter Schmerzmitteln gestanden. Seine Anwälte hätten jedoch beteuert, dass er allen sechs Anklagepunkten folgen könne. Die Rechtsvertreter des Nigerianers hätten keinen Widerspruch dagegen eingelegt, dass Abdulmutallab bis zum Prozessbeginn in Haft bleibt.

Abdulmutallab droht im Fall eines Schuldspruchs lebenslange Haft. Bis zur Prozesseröffnung könnte es aber noch Monate dauern. In den meisten größeren Justizfällen folgt auf die Anklageverlesung noch eine Reihe von gerichtlichen Anhörungen, bevor schließlich das Hauptverfahren beginnt. Dieses dürfte nach Experteneinschätzung relativ kurz werden, weil die Beweislage klar sei: Abdulmutallab sei schließlich auf frischer Tat ertappt worden. Der Angeklagte hatte am ersten Weihnachtstag versucht, in einer aus Amsterdam kommenden Delta/Northwest-Maschine kurz vor der Landung in Detroit einen Sprengsatz zu zünden. Dabei erlitt er selbst Verbrennungen.

dpa

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