Fünfköpfige Familie verschleppt

Jemen: Keine Spur von entführten Deutschen

Sanaa - Von den sieben im Jemen entführten Deutschen hat am Montag noch jede Spur gefehlt.

Sie waren am Sonntag zusammen mit einem Briten und dessen südkoreanischer Frau im Norden des Landes verschleppt worden. Die Regierung in Sanaa beschuldigte eine schiitische Rebellengruppe, die Ausländer in ihrer Gewalt zu haben. Diese erklärte jedoch umgehend, sie habe nichts mit dem Verschwinden der Gruppe zu tun. Das Auswärtige Amt in Berlin richtete einen Krisenstab ein.

Bei den vermissten Deutschen handelt es sich nach Angaben der jemenitischen Regierung um einen Arzt, dessen Frau und deren drei Kinder sowie um zwei weitere Erwachsene. Laut einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur SANA arbeiteten die Entführten in einem Krankenhaus in der nordjemenitischen Provinz Saada. Das Innenministerium teilte mit, die Ausländer seien während eines Picknicks in Saada verschleppt worden. Gewährsleute in Saada hatten keine näheren Informationen über den Verbleib der Gruppe. Sie konnten noch nicht einmal bestätigen, dass die Ausländer tatsächlich entführt wurden, weil sich zunächst niemand zu der Tat bekannte.

Immer wieder werden Ausländer im Jemen von militanten Stämmen entführt, die Lösegeld oder Zugeständnisse von der Regierung erpressen wollen. Erst am Freitag ließen Stammeskämpfer 24 einheimische und ausländische Helfer frei, die in einem von Saudi-Arabien finanzierten Krankenhaus arbeiteten und 24 Stunden zuvor entführt worden waren.

ap

Rubriklistenbild: © dpa

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