Jemen: Drittes Kind vermutlich tot

Bautzen - Die Angehörigen der im Jemen entführten Familie aus Sachsen geht davon aus, dass das dritte und jüngste Kinder der Familie, der kleine Simon, tot ist. Die zwei Töchter wurden befreit.

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Jemen: Entführte deutsche Kinder befreit

Elf Monate nach der Verschleppung einer deutschen Familie im Jemen sind die zwei kleinen Töchter frei, doch ihr kleiner Bruder ist womöglich tot. Auch das Schicksal der Eltern war am Dienstag unklar. Die sechsjährige Lydia und die vierjährige Anna wurden von saudiarabischen Sicherheitskräften an der Grenze zum Jemen befreit und sollen am Mittwoch nach Deutschland gebracht werden. “Was die übrigen Geiseln angeht, haben wir nach wie vor keine Gewissheit oder belastbaren Informationen“, sagte Außenminister Guido Westerwelle. “Ihre Lage erfüllt uns mit großer Sorge.“

Der Schwager des entführten Familienvaters Johannes Hentschel, Pfarrer Reinhard Pötschke, sprach vom Tod des Jungen. “Wir sind froh und erleichtert, dass die beiden Töchter frei sind“, sagte der Sprecher der Familie der Nachrichtenagentur DAPD. “Wir müssen aber auch davon ausgehen, dass der Sohn wahrscheinlich nicht mehr am Leben ist“, fügte Pötschke hinzu. Es bleibe zudem die Sorge um das Schicksal der Eltern. Nach Informationen der “Bild“-Zeitung soll bereits die Leiche des kleinen Simon im Jemen gefunden worden sein. Die beiden Mädchen befänden sich derzeit in sicherer Obhut der saudiarabischen Behörden, berichtete Westerwelle. “Es geht ihnen den sehr schwierigen Umständen entsprechend gut“, sagte der FDP-Politiker. Sein Dank gelte nachdrücklich den Behörden vor Ort für ihr Eingreifen.

Wie der Sprecher des saudiarabischen Innenministeriums, Mansur al Turki, erklärte, wurden die beiden vier und sechs Jahre alten Mädchen von Geheimdienstmitarbeitern an der Grenze zum Jemen in Absprache mit der Regierung des Landes befreit. Dabei sei es nicht zu Kämpfen gekommen. Zum Schicksal der übrigen Familienmitglieder machte er keine Angaben.

Familie will Mädchen abschirmen

Für die Familie der Entführten sagte Pfarrer Pötschke, die beiden Mädchen würden nach ihrer Rückkehr im Kreis der Familie aufgenommen. Den genauen Aufenthalt wolle man ganz bewusst nicht mitteilen. “Die Kinder brauchen jetzt Ruhe und nicht Blitzlichtgewitter, um das Geschehen zu verarbeiten“, sagte er. “Es wird so schon schwer genug für sie.“ Er rief zugleich die Medien auf, in dem Fall Zurückhaltung zu üben. “Wir haben viel zu verarbeiten als Familie.“ Wie er weiter sagte, wurden die Angehörigen bereits am Montagabend über die neue Entwicklung informiert. “Bei ihnen und uns allen liegen Freude und Trauer ganz dicht nebeneinander“, sagte Pötschke.

Bei den befreiten Mädchen handelt es sich nach seinen Angaben um die fünfjährige Lydia und die ein Jahr jüngere Anne. Ihr Bruder Simon ist zwei Jahre alt. Das Ehepaar hatte in einem jemenitischen Krankenhaus gearbeitet und war zusammen mit ihren Kindern sowie einem Briten, zwei Bibelschülerinnen aus Niedersachsen und einer Südkoreanerin im Juni 2009 entführt worden. Sie wurden seinerzeit nach einem Ausflug in ein Wadi bei Saada verschleppt. Die beiden Bibelschülerinnen und die Südkoreanerin wurden ermordet, der Brite und die Familie aus Sachsen weiter vermisst. Das Ehepaar hatte seit 2003 in einem staatlichen Krankenhaus in Saada nahe der Grenze zu Saudi-Arabien gearbeitet.
DAPD

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