"Jahrhundertdieb" stellt sich in Monaco

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Der französische Geldtransport-Fahrer Toni M.  hat sich elf Tage nach seinem spektakulären Diebstahl von 11,6 Millionen Euro der Polizei gestellt.

Monaco - Elf Tage nach seinem spektakulären Diebstahl von 11,6 Millionen Euro hat der französische Geldtransport-Fahrer Toni M. aufgegeben.

Ohne Geld und ohne Waffen fuhr M. am Montag von Italien auf einem schweren Motorrad nach Monaco und stellte sich der Polizei des Fürstentums. Wenige Stunden später wurde er im Tropengarten “Jardin Exotique“ an der Grenze zu Frankreich den französischen Behörden übergeben. Das erklärte das Fürstentum am Montag.

Der Wachmann hatte seine beiden Kollegen am 5. November mit einem Trick aus dem gepanzerten Geldtransporter in Lyon gelockt und war mit den Millionen davongefahren. Doch die Beute war zu groß, um mit ihr über alle Berge zu fliehen. Toni M. packte also Dutzende Säcke mit deutlich mehr als neun Millionen Euro in einen Mietwagen um und parkte das Auto in einer Garage. Doch er hatte die Polizei unterschätzt: Schon zwei Tage später hatten die Fahnder das Auto mit der Millionenladung aufgespürt.

Damit war der Traum des 39-Jährigen geplatzt. Zwar blieben Toni M. angeblich rund zweieinhalb Millionen Euro. Doch die Fahnder waren sich sicher, dass der Einzelgänger es nun erheblich schwerer haben würde, im Ausland unterzutauchen und eine neue Identität aufzubauen.

Dieb führte jahrelang ein Doppelleben

Der Franzose mit Wurzeln in Serbien hatte jahrelang ein Doppelleben geführt. Er fuhr mit dem Fahrrad zur Arbeit, klagte über seinen Hungerlohn von 1700 Euro und fuhr in seinem Wohnviertel nur in einem alten Peugeot herum. Doch gleichzeitig leistete er sich einen Ferrari und hatte 100 000 Euro auf dem Konto. Denn Toni M. war in seinem zweiten Leben Händler von Luxusautos und Miteigner einer Immobiliengesellschaft.

Seinen großen Coup bereitete der 39-Jährige minutiös vor. Schon Monate vorher mietete er unter falschem Namen die Garage für den Mietwagen an. In den Tagen vor dem Diebstahl fuhr er die Strecke ab, wo er den Geldtransporter ausladen wollte, räumte seine Bankkonten und putzte seine Wohnung, um Spuren zu beseitigen. Gegen alle Regeln konnte er organisieren, dass er am Tag der Tat allein im Auto war und trotzdem Zugang zum gepanzerten Tresorraum hatte.

Unfall wurde zu Verhängnis

Zum Verhängnis wurde M. unter anderem ein Unfall. Jemand hatte sein für die Tat angemietetes Auto beschädigt und der 39-Jährige wollte ein neues. Der Vermieter bestand darauf, dass er den Schaden bei der Polizei anzeigte. M. tat das - und brachte sein Gesicht damit Garagenverwalter, Autovermieter und Polizei in Erinnerung.

Juristen gehen davon aus, der Geldtransport-Fahrer riskierte am Ende nicht viel. Weil er gewaltlos agiert habe, drohten ihm maximal drei Jahre Haft wegen schweren Diebstahls. Vorausgesetzt, die Polizei stößt beim Ausleuchten seines Doppellebens nicht auf weitere Straftaten.

dpa

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